Monatsarchiv: Mittwoch, der 30. April 2008

In Cairns kann man leben…

Ziemlich übermüdet kamen wir in Cairns an, erkundigten uns am Flughafen nach einem Shuttle Service und nach versprochenen 10-15 Minuten, die meiner Uhr nach dann doch eher einer halben bis dreiviertel Stunde glichen, kam unser Shuttle Service, der uns in unser Hotel, das Bay Village Tropical Retreat, brachte.

Wir machten eine kleine Erholungspause und beschlossen dann, Cairns zu erkunden. Entlang der Esplanade machten wir uns auf den Weg ins City Center, und schon sehr bald stellten wir fest, dass Cairns ein Ort ist, an dem man es wirklich aushalten kann. Entlang der Esplanade sind überall kleine Rastplätzchen mit öffentlichen, kostenlosen Gasgrills an denen man sich sein BBQ bereiten kann. Ein Weilchen weiter kommt man am öffentlichen Freibad vorbei, das ebenfalls für jedermann kostenlos ist.

Da wir doch schon recht hungrig waren, bestellten wir gleich beim ersten Restaurant, das uns über den Weg lief etwas zu essen. Als wir das Essen dann in wunderschöner Atmosphäre dann auf dem Tisch hatten und erst recht später, als wir auch mal in einem echten Café gegessen hatten, merkten wir, dass dieses Essen ein echter Griff ins Klo war. Naja, wenigstens einigermassen satt wurden wir, das war aber auch schon alles, was man dem Gutes abgewinnen konnte.

Auf dem Nachhauseweg zum Hotel schlenderten wir an einem Didgeridoo-Geschäft vorbei und da fiel uns ein, dass wir ja noch eine CD mit authentischer Aboriginal-Musik kaufen wollten. Wir begannen ein Gespräch mit dem Ladeninhaber, der übrigens mit einer Deutschen verheiratet ist und Nürnberg nicht kannte, wohl aber Erlangen, ein Gespräch und wenige Minuten später waren wir mitten drin in unserer ersten Didgeridoo-Übungsstunde. Nach einer Weile kamen auch schon die ersten Töne, die tatsächlich nach Didgeridoo klangen aus dem ungewohnten Instrument. Nach wiederum einer etwas längeren Weile gelang es uns dann auch, ansatzweise die komplizierte Zirkuläratmung zu meistern und wir entschlossen uns zum Kauf eines Didge, wie der Australier zu sagen pflegt…

Dann kamen wir noch in den Genuß eines echten Essens, 2mal Fish and Chips für den Preis von einem und diesmal wirklich lecker!

Und weil der Abend noch jung war, namen wir im Anschluss gleich noch die nächste Didgeridoo-Stunde…

Auto abgeben und Darwin Flughafen

Da wir noch etwas Zeit hatten, bis wir das Auto in Darwin abgeben mussten, entschlossen wir uns, das Museum and Art Gallery of the Northern Territory zu besuchen. Das Museum hat einen sehr gut aufbereiteten naturhistorischen Teil, sehr viel sehr schöne Aboriginal Art und einen interessanten Teil über den Zyklon Tracey. Letzter wird unter anderem recht eindrucksvoll von Bill Bryson in seinem Buch “Frühstück mit Kängurus” gut beschrieben.

Es gibt beispielsweise einen winzigen Raum, der stockdunkel ist und in dem in heftiger Lautstärke Originalaufnahmen von dem Sturm abgespielt werden, der 1974 Darwin fast komplett dem Erdboden gleich machte. Da ist man dann doch froh, wenn man heil und unversehrt das Museum wieder verlassen kann.

In der wenigen verbleibenden Zeit fuhren wir noch an den East Point, entschlossen uns dann aber, das Militärmuseum nicht mehr zu besuchen, da die Zeit dann doch etwas knapp geworden wäre und uns das Militärische dann doch nicht allzusehr interessiert…

Also fuhren wir weiter zum Partnergeschäft des TCC, das die Rückgabe des Autos abwickeln sollte. Nach langen treuen Diensten war es dann so weit: Wir mussten unseren Toyota LandCruiser wieder abgeben. 8442km weit hat er uns durch Australien gebracht. Oft über geteerte Strassen, aber oft auch in unwegsamem Gelände – immer zuverlässig aber durstig. Unter 15l/100km war nichts zu machen. Dennoch beschlich uns ein wenig Wehmut, da nun der Hauptteil unserer Australienreise, nämlich die Fahrt durchs Outback, endgültig zu Ende war.

Der nette Mitarbeiter der Autofirma hat nochmal alles mit uns durchgecheckt und dann ging es im Taxi zum Flughafen. Der für die nächsten langen Stunden erstmal unser Zuhause wurde, da unser Flug erst um 1:40 Uhr nachts weiterging. Wir nutzten die Zeit, um einige unserer zahlreichen Fotos zu beschriften und ein paar ältere Blogartikel fertigzustellen, außerdem kann man sich, wenn man lange genug an einem Flughafen herumsitzt ja auch prächtig langweilen, was wir dann auch taten.

Irgendwann war es dann so weit und unser “halte den Passagier eine ganze Nacht lang wach”-Inlands-Flug-in-Australien über Brisbane nach Cairns konnte starten.

Barramundi angeln und mehr im Kakadu National Park

Wir haben am Kakadu National Park selbstverständlich Mücken erwartet, es gibt hier ziemlich viele Überschwemmungsflächen und die Flüsse sind das ganze Jahr über mit Wasser gefüllt. Aber das, was uns am Morgen erwartete, sprengte meine Vorstellungskraft. Die Moskitogaze war voll dieser Blutsauger, die nur darauf warteten, dass wir einen Fuß vor das Zelt setzten. Ständig drangen welche in dasDSC03316 Zelt ein, es gibt leider genügend Öffnungen, die das zulassen. Mit diesem Mückenstrom konnten wir fertig werden, doch was tun mit der Mückenbelagerung außerhalb des Zeltes? Micha fasst den mutigen Entschluss und stürmt nach unten, um das Insektengift zu holen, dann begann die Schlacht. Ein Gemetzel, das selbst mir einen gewaltigen Hustenreiz abverlangte, gereizt durch die Giftgaswolke, die langsam in das Zelt eindringt. Die Schlacht war kurz aber heftig. Die Dose ist leer, überall liegen Mückenleichen herum, genug Zeit um sich mit Mückenmittel einzusprühen. Allerdings scheint das die Moskitos hier nicht sonderlich zu beeindrucken. Die Sonne wird heißer, die Mücken weniger. Deutlich entspannter können wir uns dem Frühstück widmen, dem übrig gebliebenen Bohnengericht.

In der “Beautyfarm”, den hiesigen Facilities, gönnen wir uns eine ausgiebige Dusche, Rasur, Zahn- und Hautpflege. Doch trotz all dieser Pflege ist gleich wieder Mückenrepellent angesagt, die Biester lassen einfach nicht locker. In der Rezeption schlürfen wir in mückenfreier Atmosphäre entspannt unseren Cappucchino und surfen etwas im Internet.

DSC03457 Gegen Ein Uhr holt uns Dean zum Fischen ab. Sein Boot im Schlepp fahren wir durch Überschwemmungsgebiet zur Bootsrampe. Mit dem Boot fahren wir in eine grüne, von Schwimmpflanzen übersäte Flusslandschaft hinein. Er erzählt recht viel über die hiesige Tier- und Pflanzenwelt, anfänglich in Idiotenenglisch, bis er offensichtlich überreisst, dass wir auch “normales” Englisch durchaus in der Lage sind zu verstehen. Bei einem in der Sonne dösenden Saltie erzählt er uns, dass die größeren Exemplare auch schon mal einen Namen bekommen. So gibt es Tripod, das dreibeinige Croc; Blacky, der Tripod das Bein abgebissen hat und seine schwarze Farbe daher hat, da er sich nur in Süsswasser aufhält. Und Pluto gibt es auch noch. Einst war ein Aborigine mit seinem Hund Pluto in den Sümpfen unterwegs. Und als Pluto von einem Croc gefressen wurde, nannte er das Krokodil Pluto. Eine etwas merkwürdige, wenn auch interessante Variante eines Grabsteines. Desweiteren bekommen wir den einzigen heimischen Storch Australiens, den Jabaru zu sehen. Außerdem scheinen es diverse andere Vögel ebenso mit uns gut zu meinen, so jedenfalls Dean, der bisher nie so erfolgreich auf Fotosafari mit seinem Boot war. Der Rufus Night Heron läßt sich quasi von Auge zu Auge ablichten, der Forest Kingfisher macht nicht mal Anstalten zu fliehen, als wir ihn dazu aufforderten, um auch ein paar Flugbilder zu erhaschen. Eine beliebte Aborigine-Speise scheinen die Magpie Geese zu sein, die hier in Scharen vorkommen oder auch deren Eier. Die sehr farbenfrohen Rainbow Bee Eater stürzen sich vor uns ins Wasser, um fliegende Insekten zu fangen. Elegant landet ein White Bellied Seaeagle auf einem Baum, der zweitgrößte Greifvogel Australiens, und präsentiert sich majestätisch zum Fotoshooting. Der Whisteling Kite, ebenfalls ein Raubvogel, begleitet uns schon durch ganz Australien. Zweimal konnten wir ihn als erfolgreichen Jäger mit einer Schlange in den Fängen davonfliegen sehen. Immer wieder belustigen uns die Kakadus mit ihren merkwürdigen Akrobatiken im Baum. Machmal scheint es, sie hingen in einer aussichtlosen Lage, entweder kopfüber an einem Ast oder gar nur noch am Schnabel mit Ihren Krallen nach einem rettenden Ast angelnd. Ein markerweichendes, aufgeregtes Geschrei kündigt einen Whisteling Kite an, der sogar noch die Dreistigkeit besitzt, auf dem kakadubesetzten Baum zu landen. Unter Protest wechseln die Kakadus zum Nachbarbaum. Lautes Schmatzen im Wasser, so Dean, bedeutet, dass der Barramundi wieder einen Fisch an der Wasseroberfläche eingesaugt hat. Die Jagdmethode ist nämlich ebenso einfach wie effizient. Der Barramundi reißt seine riesiges Maul auf und saugt durch den Unterdruck seine Beute einfach ein.

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DSC03369Es geht ans Angeln. Dean erklärt uns, dass der Wobbler (mit Haken besetzter Fischdummy) ruckartig durch das Wasser gezogen werden sollte. Dahinter vermutet der Barramundi einen kranken Fisch und stürzt sich auf ihn, so die Theorie. Er demonstriert die Praxis kurz und sehr beeindruckend, denn der erste Barrumundi hängt bereits am Haken. Dean drückt mir die Rute in die Hand und ich ziehe den 53 cm langen Barramundi an Deck. Leider liegt er mit dieser, für mich trotzdem beeindruckenden Größe, noch unter dem Fangmaß. Er wird wieder in die Freiheit entlassen. Micha und ich versuchen unser Glück und irgendwann fange ich einen, der leider mit seinen 54 cm immer noch unter den 55cm Fangmaß liegt, also zurück ins Wasser. IMG 1696 Wir fangen weitere noch kleinere Barramundis, bis Micha unser Abendessen sichert. Mit knapp über dem Fangmaß, hat dieser Fisch leider nicht so viel Glück und wird von Dean fachmännisch getötet. Später filetiert er ihn noch für uns, wir freuen uns auf etwa ein Kilogramm Barramundi-Filet zum Dinner. Um Deans Office, wie er diesen Teil des Kakadu National Parks nennt, beneide ich ihn. Überflutete Wiesen, Seerosen, überall kreischende und gackernde Vögel, gegenüber von uns taucht ein Saltie auf und geht wieder unter. Kanufahren ist hier im Übrigen zur Sicherheit der Kanufahrer verboten, denn diese scheinen von Salties manchmal attackiert zu werden, während ein Motorboot von der Form wohl weniger einem Konkurrenten ähnelt und in der Regel unbehelligt bleibt. Trotzdem scheint auch das Motorengeräusch vom machen Salties als Knurren eines Konkurrenten aufgefasst zu werden. Es gab auch schon solche Unfälle mit Motorbooten. Wir fühlen uns jedenfalls ziemlich sicher in Deans Boot und genießen den Ausflug in vollen Zügen. Gegend Abend sorgt die Sonne für eine besondere Stimmung. Die Landschaft reflektiert sich im stillen Wasser, die Vögel machen Lärm, die Fische springen und die Fliegen sind ebenso präsent.

DSC03461Unser Barramundi-Filet wird zu einem unserer köstlichsten Gerichte dieser Reise verarbeitet. Wir sind von dem zarten Fleisch überwältigt und sind uns einig, dieser Tag war definitiv einer unserer Reisehöhepunkte. Leider zwingen mich die Mücken in lange Klamotten, was unwillkürlich zu permanentem Schwitzen führt. Tja, schwitzen oder von Mücken maltretiert werden, das sind die Optionen. Trotzdem finden sie natürlich verwundbare Stellen, schon lange habe ich das Zählen den Stiche aufgegeben.

Katherine Gorge und Kakadu National Park

Wir stechen mit dem Boot in den dampfenden Fluss der Katherine Gorge. Die Luft ist kühl, die Sonne beginnt so eben die oberen Kanten der Schlucht zu kitzeln. An den Bäumen hängen Fruit Bats (Fledermäuse) wie reife Früchte und kreischen, wenn sie sich gegenseitig zu nahe kommen. Flapp, flapp, wieder kommt eine angeflogen und lässt sich wie ein nasser Sack in das Geäst fallen. Das Frühstück ist gelinde gesagt grauenhaft. Sicherlich sind wir durch unsere Gourmet-Tour durch Australien etwas verwöhnt, zumal unsere Kochkünste sich fast täglich übertreffen. Dennoch sind wir sehr wohl noch in der Lage zu beurteilen, ob was gut oder schlecht

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gekocht wurde. Es gibt Rührei, sollte es zumindest sein, Bohnen und Speck. Das Rührei ist dermaßen geschmacksneutral, dass die Korrelation zwischen dem auf der Gabel Gesehenem und im Mund Geschmecktem Unbehagen ausübt. Optisch ist es Rührei, geschmacklich keine Ahnung? Da mit Eiern nicht zu spaßen ist, belasse ich es bei dieser Portion und widme mich lieber dem vorbeiziehenden Panorama. Ein Freshie liegt im Schatten und hofft darauf, dass ihn die Sonne bald in Schwung bringen möge. Eine Wasserschlange kreuzt unseren Seeweg.

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Im Kakadu National Park steuern wir zuerst den am Ende einer Piste liegenden Gunlom Wasserfall an. Es gibt Brotzeit. Mittlerweile sind wir darauf bedacht, unsere Essensvorräte zu dezimieren, in drei Tagen müssen wir unser Auto in Darwin abgeben. Der Wasserfall stürzt sich viele Meter in einen glasklaren See. Wir hoffen auf eine dort beheimatete Wasserschildkröte zu stoßen, doch der kleine Badebetrieb verhindert die geringsten Aussichten diesbezüglich.

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In der Gagudju Cooinda Lodge suchen wir uns einen passenden Platz zum Campen und vertreiben uns die Zeit zuerst bei einem Cappucchino, dann beim Moskitoklatschen und später bei einem kühlen Bier mit grauenhafter Live-Musik. Unter der Motivation der Moskitos zaubern wir aus unseren Restbeständen in kurzer Zeit ein recht passables Bohnengericht mit Salat. Ich heimse mal wieder reichlich Stiche ein, trotz Moskitorepellent und Moskitocoils, die an jedem Eck qualmen. Dingos streifen herum und heulen, Fruit Bats hängen in den Bäumen und stimmen ebenso zum Konzert ein.

Spontan buchten wir heute noch eine Angeltour mit unserem persönlichen Fischer-Guide im Kakadu National Park. Wir denken, das es eine gute Alternative zu den überfüllten Touristenbooten ist und bereitet außerdem den Angelspaß und bei Petriglück noch ein Abendessen.

Wie schmeckt Krokodilfleisch?

Tja – das ist eine gute Frage! Ich (Micha B.) habe ja im Gegensatz zum Stähler hier in Australien kein Krokodil gegessen. Ich habe es vor ein paar Jahren in Zimbabwe schon einmal probiert und war nicht so sehr begeistert. Es schmeckte damals so ein wenig zwischen Hühnchen und Fisch, die Konsistenz war eher gummiartig. Inzwischen haben wir erfahren, dass der Geschmack sehr stark davon abhängt, womit das Krokodil gefüttert wurde. Hat das Krokodil mehr Huhn gekriegt, schmeckt auch das Krokodilfleisch eher hühnchenartig, bei mehr Fisch auf dem Krokodils-Speiseplan geht der Geschmack dann halt wieder stärker ins fischige…

6500 Kilometer – wir haben fertig

Der Rest der üppigen Massaman-Portion von gestern Abend wird noch niedergemacht, bevor wir uns auf die Piste zurück zum Great Northern Highway machen. Bald darauf und nach ein paar Flussfurten hat uns der Highway auch wieder. Ich beginne am Laptop die vergangenen Tage ins Blog zu hacken und rechne unsere bisher gefahrenen Kilomter zusammen. Die geplanten 6500 Kilomter sind erreicht, wir können also aufhören mit fahren ;-) . Diverse Umwege und Zusatztouren verschafften uns die zusätzlichen Kilometer – Bungle Bungle National Park, Broome, Abstecher in die Gibb, Abstecher in die Windjana Gorge. Schätzungsweise 1500 km liegen noch vor uns – Katherine, danach Darwin.

Ein kurzer Zwischenstopp in Fitzroy Crossing nutzen wir um den Durst unseres bisher treuen Gefährtes zu stillen, der sich später in Halls Creek als überdurchschnittlich hoch erweist. Bisher sind wir mit 15 Litern pro 100 Kilometer ausgekommen, nun sind es zwischen 20 und 30 Litern! Etwas beunruhigt inspizieren wir das Auto, ist der Luftfilter dicht, das Allrad angeschaltet, die Freilaufnaben in der Free-Stellung, steht der Kühlschrank auf gefrieren, statt auf kühlen? Nichts davon. Etwas beiläufig erwähnt Micha noch, dass es die letzten 300 Kilomter stetig bergauf ging. Wir vermuten den Grund darin und fahren erst mal mit einem plausiblen Grund für den erhöhten Spritverbrauch beruhigt weiter. Und tatsächlich, der Verbrauch fällt wieder, allerdings scheint er immer noch zu hoch.

Die Strecke des Great Northern Highways ist zwar landschaftlich sehr reizvoll, insbesondere ab Halls Creek, doch soviel Landschaft kann hier gar nicht sein, als dass man nicht irgendwann ins Dösen und Träumen kommt. Wir haben vereinbart, dass nur der Beifahrer auch ein Nickerchen halten darf, der Fahrer solle das unterlassen – wir halten uns beide daran. Aufregend wird es auf der Strecke nur immer dann, wenn ein Road Train entgegenkommt und sein Luftschwall das Auto so taumeln läßt, dass es auf der Straße zu halten schon einiger Lenkmanöver bedarf. Sofern im Dösen Schilder nicht übersehen werden, besteht auch eine gute Chance, nicht etwa falsch, bzw. gar nicht abzubiegen und an einem 500 Kilometer vom Ziel entfernten Ort herauszukommen. Auch wenn es etwas makaber klingt, selbst tote Tiere am Straßenrand sind mittlerweile eine willkommene Abwechslung. Meist sind es Kängurus, manche sind allerdings schon so platt, dass es auch ein Nasenbär oder Belugawal hätte sein können. Kühe verfolgen uns mit interessierten Blicken, während sie überlegen, auf die Straße zu stürzen. Immer wieder sind Buschbrände in der Ferne und auch Nähe zu sehen. Teilweise gehen sie bis an die Straße heran und neben uns züngeln die Flammen hoch, während sie das Gestrüpp verspeisen. Flammenfronten wälzen sich die Hänge hinauf und sind noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen. Ein todbringendes, aber auch lebenspendendes Spektakel, dass die Natur meist durch Blitzschlag initiiert. All diese Ereignisse spenden Gesprächsmaterial, das, wenn wir verbissen daran festhalten, für etwa fünf Minuten Konversation herhalten kann, dann ist wieder Stille. Der Beifahrer macht ein Nickerchen, der Fahrer döst.

Zwei geplante Höhepunkte halten uns heute bei besonders guter Laune, ein Cappucchino in dem uns bereits bekannten Café in Halls Creek, das ja bereits ab 3 Uhr Nachmittags schließt und ein Dinner mit einem Krokodil in Kununurra. Wir erreichen Halls Creek gegen Mittag und freuen uns darauf, uns den Kaffee ins Gesicht zu schütten. Es ist nicht Wochenende und alle uns bekannten Rahmenbedingugen stehen gut, so dass wir eine realistische Chance haben, einen Kaffee ergattern zu können. Wir staunen nicht schlecht, als der Laden völlig verrammelt dasteht, als wolle er sagen, was wollt Ihr denn hier, heute ist Feiertag. Und in der Tat, heute ist ANZAC-Day, an dem den australischen und neuseeländischen Truppen im Ersten Weltkrieg gedacht wird. Es wäre zu verwegen, zu denken, an einem Feiertag hätte auch nur irgendetwas offen. Wer einen Kaffee will, muss sich einen selber machen, nur wo und womit? Das läßt unsere Hoffnung auch drastisch schwinden, was das Krokodilschnitzel angeht, welches wir für heute abend avisiert hatten. Und tatsächlich, in Kununurra angekommen herrscht ebensolche Stille, wie in Halls Creek. Ein paar Aborigines lungern im Schatten unter den Bäumen rum, ansonsten tote Hose. Was allerdings sehr verwundert, die Touristinfo hat offen. Dort wird uns leider ebenso bestätigt, dass Croc-Schnitzel heute kalt bleiben.

Na dann satteln wir halt um und braten Känguru in Knoblauch eingelegt. Wir sind beide so hungrig, dass es auch kaum vieler Worte und Taten bedarf, das Gericht in wenigen Minuten fertigzustellen. Unser Cabernet Sauvignon rundet das vorzügliche Mal erstklassig ab. Der Sternenhimmel lädt zum Schlafen darunter ein, entsprechend platzieren wir unsere Schlafsäcke unter das Kreuz des Südens.

Katherine

Nach dem Frühstück fahren wir gleich weiter nach Katherine und kippen uns dort erst mal einen Kaffee ins Gesicht. Außerdem erfahren wir in einer Internet-Klitsche, dass es nebenan im Restaurant Krokodil zu essen gibt. Das ist genau das, was wir hören wollten. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit in der Tourist Info und informieren uns über die hiesigen Attraktionen. Für morgen buchen wir einen Breakfast Cruise durch die Katherine Gorge. Dort bekommen wir zum Frühstück auf dem Schiff die Schlucht in der aufgehenden Sonne gezeigt. Auf die Frage, ob es in Katherine irgendwo Krokodil zu essen gäbe, sind sich beide Kolleginnen einig – es gibt nirgendwo Krokodil zu essen. Wir wollten sie nicht weiter bloßstellen und lassen unsere Belehrung. Das Krokodil hat vorzüglich gemundet, etwas gummiartige Konsistenz wie Tintenfisch, aber sehr lecker. Mit dem halben Liter Wein, den ich mir zum Essen bestellte, habe ich mich etwas übernommen. Deshalb fährt Micha uns die etwa dreißig Kilometer zu dem Parkplatz, wo die Bootsfahrt morgen losgehen soll. Ich liege sehr schnell im Bett, doch irgendwann des Nächtens treibt mich mein Brand zum Wassertrinken.

Tierwelt Australiens

Bereits in Sydney sind wir ganz aus dem Häuschen, als wir die ersten Papageien frei herumfliegen sehen. Ibise stochern im Hyde Park nach Würmern. In Adelaide geht es weiter mit noch bunteren Papageien.

Als wir unser erstes Känguru in den Flinders Ranges zu sehen bekommen, wird uns so richtig bewusst; wir sind in Australien. Doch damit nicht genug, im Laufe der Reise bekommen wir noch reichlich anderes zu sehen.

Adler, Bussarde und Falken, die sich zum Teil an Kadavern von Verkehrsopfern zu schaffen machen. Ein Bussard transportiert eine Schlange ab, im Übrigen die einzige Schlange, die wir bisher zu sehen bekamen. Kreischende Kakadus hängen bald überall herum und nerven mit Ihrem markerweichenden Geschrei, vorzugsweise, wenn der Morgenschlaf noch nicht beendet ist. Woher deren Name kommt, wird mir bei einer Lektüre unter einem von diesen Schreihälsen belagerten Bäume bald bewusst. Ich bekomme zwei Treffer ab und schreie aufgebracht – Kacker Du! Andere bunte Papageien und Kakadus, die es zu benennen erst noch ein Nachschlagewerk bedarf, gesellen sich stets dazu oder kreuzen unseren Weg. Der uns allen so bekannte Wellensittich hält sich hingegen sehr bedeckt, den sahen wir bisher nur im Bungle Bungle National Park.

Eingeführtes Getier, wie der Wildhund oder Dingo streunen im Watarrka National Park herum. Ein etwa 6000 Kilometer langer Zaun trennt das Sheep-Country vom Dingo-Country. Die zum Eisenbahnbau eingeführten Kamele, in Wirklichkeit sind das Dromedare aus Afghanistan, hatten irgendwann ausgedient und wurden sich selbst überlassen. Zwei der Nachfahren bekamen wir nahe Alice Springs zu Gesicht. Ausgebüchste Pferde streuen herum und stehen in kleinen Gruppen unter Bäumen Schatten suchend. Die frei herumlaufenden Kühe gehören sicherlich Farmern, das deuten jedenfalls die Brandzeichen an. Wie die übers ganze Land verteilten Viecher allerdings je wieder ihrem Eigentümer zugeführt werden sollen, ist uns beiden ein Rätsel. Im 19 Jahrhundert hatte ein begnadeter Jäger offensichtlich nichts besseres zu tun, als 24 Kaninchen einzuführen, um seiner Leidenschaft fröhnen zu können. Bekanntlich sind Kaninchen in ihrer Reproduktion äußerst effizient und so wurde schnell die Region und später ganz Australien von dieser Landplage überrollt. Der dadurch entstandene ökologische Schaden ist nicht mehr gut zu machen, einige spezialisierte Pflanzen fielen dem Kaninchenfraß zum Opfer und ganze Landstriche sind für immer verändert. Mit einer Virusinfenktion konnten später 99,9% der Kaninchen ausgerottet werden. Die 0,1% sind nun immun und vermehren sich wieder fleissig. Einige kleinere Känguruarten und andere Nager fallen den eingeführten Katzen zum Opfer und stehen kurz vor der endgültigen Ausrottung. Andererseits weiß man auch, dass noch lange nicht alle Tier- und Pflanzenarten Australiens entdeckt und katalogisiert wurden, so dass man von deren Verschwinden nie etwas erfahren wird. Traurig, nicht wahr!

Obwohl, wie ja schon mehrfach erwähnt, Australien die fiesesten, giftigsten und tödlichsten Tiere auf unserem Heimatplaneten beheimatet, bleiben wir vor deren Angriffen verschont. Weder Schlangen, noch recht giftig aussehende Spinnen laufen uns über den Weg. Trotzdem gibt es hier reichlich Spinnen. Beim Baden in der Galvans Gorge hängen große, bewohnte Netze über unseren Köpfen. Wie gefährlich die Spinnen sind, wollten wir nicht ausprobieren. An unserer Übernachtungsstelle unweit von Derby leuchten uns bläulich-silbern hunderte Spinnenaugen an, als wir mit unseren Stirnlampen in den Busch strahlten. Diese Spezies scheint etwas unangenehmer zu sein, wie sich später beim Durchblättern eines Büchleins “Hazardous Animals in Western Australia” herausstellte. Diese possierlichen Tierchen sind nachtaktiv und aggressiv, was ich durch Testen mit meinem linken Zeigefinger am eigenen Leibe erfahren durfte. Eigentlich wollte ich die Spinne nur anschubsen, was sie aber mit einem blitzschnellen Angriff parierte. Meiner noch schnelleren Reaktion verdanke ich möglicherweise, den nicht platzierten schmerzhaften Biss. Ich schüttelte die Spinne im selben Augenblick ab, als sie sich auf meinen Finger setzte. Der Schreck manifestierte sich durch eine minutenlange Gänsehaut auf meinem Arm und jetzt gleich nochmal beim Schreiben.

Wie erwähnt, sind Schlangen nicht über unseren Weg gelaufen – nur eine an einem Bussard hängend vorbeigeflogen -, noch haben sie sich in unseren Waden verbissen. Gewöhnlich sind sie schneller weg, als sie gesichtet werden können. Echsen hingegen lassen sich lieber ablichten und noch dazu gibt es schön bunte, große oder exotische. Wir beobachteten zum Beispiel eine bunt schillernde Echse am Wolfe Creek Crater beim Naschen an einer Ameisenstraße. In Derby am Campingplatz läuft eine Kragenechse einer Heuschrecke hinterher und verdrückt sie genüsslich. Das ganze passiert wenige Meter neben mir, als ich mich gerade wieder Bill Brysons humorvoller Beschreibung seiner Australienerfahrungen widmete. Ein großer Goanna faulenzt auf einem Felsen, als wir das Ende des Tunnels des Tunnel Creek erreichen. Ein Tannenzapfenskink kreuzt unseren Weg zur Erfrischung im Coward Spring. An der Piste zur Willie Creek Pearl Farm rennt uns ein Goanna und später noch ein uns unbekannter Skink über den Weg. In Malcolm Douglas Crocodile Farm bekommen wir natürlich noch viel mehr zu sehen, was ich aber hier nicht unserem Expeditionserfolg zuschreiben möchte und deshalb hier unerwähnt lasse. Trotzdem seien die Freshies – Süsswasserkrokodile – in der Windjana Gorge noch erwähnt, die sich in großer Anzahl dort zuerst an Land dösend, dann im Wasser den Schützenfischen auflauernd präsentierten. Geckos hängen an den immer beleuchteten Facilities der Campingplätze an den Wänden und fangen die vom Licht angezogenen Schwärmer. Nachts ist oft das Fiepsen der Geckos zu hören. Am Campingplatz in Derby klettert ein Laubfrosch die Wasserleitung hoch, ein anderer – mit meinen begrenzten Kenntnissen nicht klassifizierter Frosch – hüpft über den Weg.

Der bereits erwähnte Tunnel Creek erweist sich neben dem bereits erwähnten Goanna noch als weitere Quelle heimischer Tierwelt. Welse und andere Fische tümmeln sich im stockfinsteren Wasser ebenso wie Krebse und Frösche. Von der Decke baumeln Flying Foxes – Fledermäuse mit einer Spannweite von größer als fünfzig Zentimeter.

Natürlich seien auch die Emus erwähnt, die, wandernden Strohhütten gleich, unseren Weg mehrfach kreuzten. Wir sind erpicht darauf, sowohl Emu- als auch Krokodilfleisch einmal zu kosten. Mal sehen, ob das bei dem eingeschränkten Restaurantangebot, beziehungsweise Öffnungszeiten in Australien gelingt. Am Kings Canyon tummeln sich Zebrafinken an den Trinkwasserhähnen für die Touristen. Raben, Elstern und die etwas kleineren Peewees sind allgegenwärtig und schrecken erst immer in letzte Sekunde vor dem anrollenden Auto auf.

Die ganze Tierwelt wäre allerdings nichts, würde sie nicht von den allgegenwärtigen Fliegen im Outback und den im feuchteren Norden lebenden Moskitos begleitet. Trotz deren überwältigender Anzahl hält die australische Natur noch weitere Insekten bereit. Grüne und rote Ameisen, Stabheuschrecken, Gottesanbeterinnen, große Hundertfüssler, bunte Schmetterlinge und die dazugehörenden Raupennester, Käfer, Wanzen, Wespen und Bienen und so weiter. Termiten fräsen ganze Buschstriche entlang der Tanami Road mit Ihren Hügeln nieder. Ja sogar meterlange Würmer soll es hier geben, die die Stärke eines Unterarmes einnehmen können. Eine unvorstellbare Varianz an Form, Größe und Farbe bietet die hiesige Insektenwelt. Der Kontinent hatte ja auch geraume Zeit, diese außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt hervorzubringen. Australien ist ein Quell an Ungewöhnlichem und noch Unbekanntem! Bei einer so gigantischen Ausdehnung, so erbarmunglosen Bedingungen im Outback und so wenigen Naturforschern auf diesem Kontinent wird das auch noch lange so bleiben.

Noch eine kleine Bemerkung zur unbekannten Tierwelt Australiens. Der Roadhousewirt von Mt. Barnett erzählt so beiläufig, dass nach dem Namen seines Nachbar, einem begnadeten Ornithologen, sogar ein Vogel benannt wurde. Das zeigt doch recht deutlich, es gibt noch viel zu entdecken dort.

Fahrt in den Norden

Sehr unzufrieden über die Nacht stehen wir wieder auf, es haben sich noch zwei weitere Fahrzeuge zu uns auf den Parkplatz gesellt, die neben den vorbeibretternden Road Trains immer wieder für Schlafstörungen sorgten. Es stehen über 1000 Kilometer Fahrt nach Kununurra an. Auch wenn es keinen Spaß macht, da müssen wir jetzt durch und begeben uns auf den Great Northern Highway Richtung Derby. An der Picnic Area “The Boab”, ein ähnlicher Baum, wie der Prisontree vor Derby, holen wir unser Frühstück nach. Mit gebackenen Bohnen, Speck und Rührei starten wir gestärkt in den Tag. Auf dem Weg nach Fitzroy Crossing kommen wir wieder an der Fairfield Leopold Downs Road vorbei, die uns bei der Herfahrt schon die ungute Nachricht, dass Windjana Gorge und Tunnel Creek geschlossen sei, verkündete. Wir werfen ein flüchtigen Blick in die Abfahrt und was steht da – Road open! Wir sehen uns beide wenige Sekunden an und drehen um, selbstverständlich nehmen wir die beiden Highlights der Gibb River Road mit. Kununurra muss warten, jetzt sind erst mal über hundert Kilometer Piste auf dem Plan.

DSC03011 Mit Taschenlampe und Sandalen bewaffnet wagen wir uns in das Dunkel des Tunnels (des Creeks). Zuerst erwartet uns eine hüfttiefe Furt durch den kühlen Creek, die wir offensichtlich auch hätten umgehen können, denn die uns entgegenkommenden Asiaten waren deutlich trockener. Wie auch immer, es war eine willkommenen Erfrischung zu den weit über 30 °C draussen. Sand in den Sandalen formt ein neues Fussbett. Angeblich gibt es ab und zu Freshies im Creek, wir sehen keines. Jedoch gibt es allerhand anderes Getier im Tunnel. Im Wasser tauchen Welse, Krebse und Frösche auf, an der Decke baumeln große Flying Foxes (Fledermäuse mit ca. 50 cm Flügelspannweite). Am Ende des Tunnels langweilt sich ein sonnenbadender Goanna und straft uns mit Desinteresse. Hingegen ist die Schule junger Enten etwas aufgeregter und verabschiedet sich creekabwärts.

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Windjana Gorge ist eine Schlucht, die der Lennard River durch die Napier Range gefräst hat. Landschaftliche ist sie sehr schön, doch das Aufregenste daran sind die Freshies, die am gegenüberliegenden Ufer mit aufgerissenem Maul sonnend dösen. Ein ungewollter Tritt veranlasst dann allerdings die Krokodile alle gleichzeitig ins Wasser zu stürmen. Ein Spektakel, das in in einer Sekunde zu ende ist. Die Viecher sind verdammt schnell, was wir ja auf Malcolms Croc-Farm schon live miterleben durften. Eines von Ihnen ist nur etwa zwei Meter von uns entfernt im Wasser und lauert auf die vorbeiziehenden Schützenfische. Einen davon erwischt er in unserem Beisein, sehr spannend! Die angekündigten Pythons haben sich leider nicht blicken lassen, trotzdem ein sehr gelungenes Event. Höchst zufrieden über unsere kurzfristige Planänderung machen wir uns auf Schlafplatzsuche. Abseits der Fairfield Leopold Downs Road belohnen wir uns mit Massaman Curry und Cabernet Sauvignon. Wir freuen uns, nun doch noch die Windjana Gorge und den Tunnel Creek gesehen zu haben.

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Leider haben sich an der Lennard Gorge vor einigen Tagen meine Meindl Trekkingstiefel verabschiedet. Sie haben mich treu und sicher auf den meisten meiner Fernreisen einige hundert Kilometer durch Sand- und Eiswüsten, über Berge und durch Flüsse und Sümpfe, durch Dschungel und Steppe getragen, nun müssen wir uns leider trennen. Meinen Dank an dieser Stelle an Meindl für dieses exzellente Schuhwerk. Mal sehen, wie weit ich mit meinen Trekkingsandalen komme. Im Land der giftigsten Bodenbewohner der Erde kein prickelnder Gedanke!

Perlen, Krokodile und Sterne – ein Tag voller Attraktionen

Heute stehen die gestern gebuchten Events an. Zuerst suchen wir die Willie Creek Pearl Farm auf. Kompetente Mitarbeiter erläutern mit viel Witz und Sachverstand die Zucht und Pflege der Austern und selbstverständlich der Perlen. Wir bekommen lebendige Austern geszeigt und jeden Schritt der Perlenzuch erklärt. Ein Boot bringt uns auf die Farm raus, es werden ein paar Dinge gezeigt. Angeblich lebt ein relativ großes Salzwasserkrokodil in der Gegend um die Perlenfarm – man könnte sagen ein Perlenkrokodil. Die Suche nach dem Salties in den Mangroven bleibt aber leider erfolglos. Zufrieden fahren wir zurück nach Broome, um etwas einzukaufen und vollzutanken. Dazu kredenzen wir uns noch einen Cappucchino und starten durch zu DSC02894Malcolms Croc Farm. Um 3 Uhr ist Fütterung, die wollen wir uns nicht entgehen lassen. Sehr beeindruckend wird präsentiert, wie blitzschnell diese Tiere der Urzeit, seither haben sie sich nämlich nicht mehr verändert, aus dem Wasser schießen, die Beute schnappen und wieder im Wasser verschwinden. So sind schon Meschen im Outback spurlos verschwunden. Geschirrspülen am Creek und einen Wimpernschlag später steht das ungespülte Geschirr da und der Typ wurde/hat sich verdrückt. Kein Spaß, dass ist jedenfalls klar geworden. Die Warnschilder sollten ernst genommen werden. Malcolm selbst war heute Vormittag da und hat eine Führung gemacht. Es wäre ja zu schön gewesen, ihn persönlich zu treffen. Der mittlerweile 67 Jährige ist immer noch sehr aktiv und engagiert sich für die Crocs. Böse Crocs fängt er ein und bringt sie in den Park, in dem auch noch andere seltene und verbreitete Tiere zu sehen sind.

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DSC02998Es geht weiter zu Gregs Astro-Show. Wir sind etwas zu früh und können Greg beim Aufbau seiner Apparaturen im Outback zusehen. Greg sieht mit seinem Gesichtspullover und geflochtenen Pferdeschwanz aus, als wäre er ein begeisterter ZZ-Top Fan. Seiner Beschreibung nach sind wir ein kleines Stück Piste gefahren, um an den Treffpunkt zu gelangen. Dabei fuhren wir an einer Baugrube sehr großen Ausmaßes vorbei. Auf die Frage, was dort gemacht würde, bekamen wir die typisch australische Antwort: “They’re digging a hole” (Sie graben ein Loch). Sehr witzig! Später erfahren wir, was unsere Vermutung bestätigte, dass aus dem Loch der Belag für die Naturstraßen abgebaut wird, welche immer wieder mit den Gradern glattgezogen werden. Die Show beginnt, Greg erzählt und erzählt und langsam werden Zusammenhänge am Sternenhimmel klar, über die ich stets zu faul war, auch nur mal darüber nachzudenken. Warum bewegen sich die Sternzeichen, wie bewegt sich die Erde im Sonnensystem und um seine eigene Achse, welche Gestirnbewegungen werden dadurch hervorgerufen. Es wird ein bisschen mit Lichtjahren herumgespielt, um Größen, Helligkeiten und Entfernungen zu verdeutlichen. Obwohl der Himmel weitestgehend wolkenverhangen ist, holt Greg mit seinem Teleskop den Saturn mit seinem Ring und diversen Monden in greifbare Nähe.

Sehr zufrieden über den heutigen Tag gehen wir an einem Parkplatz Richtung Derby zu Bett.