Monatsarchiv: Dienstag, der 22. April 2008

Staircase to the Moon – Broome

Heute Abend wollen wir zwei Dinge unternehmen. Erstens am Cable Beach das Eintauchen der roten Sonne ins Meer beobachten und dann an der Ostküste den “Staircase to Moon” fotografieren. Der Staircase ist eine Erscheinung, die nur wenige Tage im Monat zu beobachten ist. Wenn sich die gigantische Flut, die den Meeresspiegel bis zu zehn Meter steigen läßt, zurückgezogen hat und die Mud Flat zu Tage, bzw. Nachte tritt, spiegelt sich der Mond in der glänzenden Oberfläche des “Watt” und erweckt den Eindruck, man könne die Treppen zum Mond hinaufsteigen.

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Bis dahin vertreiben wir uns noch die Zeit am Leuchtturm, wo versteinerte Dinosaurierspuren zu Tage treten, wenn die Ebbe eine gewisse Marke unterschritten hat. Auch dafür sind wir leider zum falschen Zeitpunkt dort, doch in Beton gegossene Abbilder trösten darüber hinweg. Barfuß laufen wir über den benachbarten Strand, immer gefasst darauf, dem tödlichsten aller Tiere zu begegnen – der Würfelqualle. Eine Berührung mit dieser todbringenden Kreatur verschafft einem erstmal unbeschreibliche Qualen (daher vermutlich der Name Qualle, ein Tippfehler), um dann selbst in der Ohnmacht noch gotterbärmlich zu schreien und dann endlich zu sterben. Das Wasser ist schön warm, Krabben und Einsiedlerkrebe wuseln am Strand herum, Kegelschnecken suchen das Feuchte.

DSC02821Der Sonnenuntergang ruft, also rüber zum Cable Beach. Es haben sich schon einige Geländewagen am kilometerlangen, weißen Strand postiert. Wir gesellen uns dazu und nehmen wieder unsere erhabene Position auf dem Dach ein. Bei Käse, Salami und natürlich dem vorzüglichen Shiraz genießen wir das Schauspiel. Alle Farben, die der Horizont so hergibt, spiegeln sich im Meer und auf dem von der Ebbe freigegeben, glänzenden Strand. In tatsächlich rasender Geschwindigkeit erreicht die Sonne den Horizont und verschwindet kurz darauf ganz. Aber um das Geheimnis des Sonnenunterganges nun endlich zu lüften: die Sonne geht nicht unter. Wir drehen uns mit der Erde von der Sonne weg ;-)

Der Stairway to the Moon erwartet uns auf der anderen Seite der Stadt, also los. Wir fädeln uns im Dunkeln durch den Verkehr und platzieren uns auf einer Landzuge. Dort soll das Ereignis stattfinden, doch die Wolken versprechen nichts Gutes. Wir warten eine Stunde, bis zum Mondaufgang – hier ist es wiederum richtig, denn der Mond dreht sich um die Erde ;-) Die Wolken lassen sich selbst mit Pusten nicht bewegen und die versammelte Menschenmasse strömt etwas enttäuscht zum nebengelegen wöchentlichen Markt. Ein Event, dass sich vermutlich kein Broomer entgehen lässt, mehr Highlights gibt es nicht.

Tatsächlich hatte heute Nachmittag in der Touristinfo die nette Frau hinterm Tresen keine weiteren Tipps mehr für uns, außer dem bereits Gesehenen, Geschlossenen oder Gebuchten. Für morgen buchten wir eine Exkursion auf eine der Perlenfarmen, für die Broom weltbekannt ist. Außerdem schließt unser Plan noch einen Besuch bei Malcolm Douglas’ Crocodile Farm und die abendliche Astro-Show von Greg Quicke ein. Wegen der Astro-Show sind übrigens die obigen schlauen Kommentare bezüglich Sonnenuntergang und Mondaufgang eingeflossen. Malcolm Douglas ist eine meiner persönlichen Helden. Ich habe vor Jahren seine in den Kimberleys gedrehte Serie im deutschen Fernsehen mit Spannung verfolgt. Er war stets im Outback unterwegs, zeigte, wie man dort über die Runden kommt und hat mich letztendlich auch dazu inspiriert, ähnliches auszuprobieren. Ein Grund, warum ich hier bin.Broome als Großstadt nach unseren Maßstäben zu bezeichnen, wäre verwegen. Für Australien ist das wahrscheinlich eine. Immerhin ist Broome schon so groß, dass man sich verfahren kann und mindestens fünf Minuten braucht, um wieder an einer bekannten Stelle herauszukommen. Wir schlendern ein wenig durch die Einkaufsmeile, unterbrochen von einem Besuch in einem Café. Was Broome allerdings im Gegensatz zu allen anderen bisher besuchten Orten zu bieten hat, ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das üppige Schwitzen ist hier also nicht nur lästig, sondern auch noch unnütz. Die Luft nimmt keinen Schweiß mehr auf, was letztendlich etwas Kühlung verschaffen könnte. Trotzdem möchte ich Broome nicht schlechter machen, als es ist. Das Freizeitangebot ist deutlich üppiger als z.B. in Derby. Es gibt sogar ein Museum, die drei Stunden Öffnungszeit am Tag haben wir aber leider verpasst. Wir trösten uns bei einem weiteren Cappucchino mit Blick aufs Meer. Heute Abend wollen wir zwei Dinge unternehmen. Erstens am Cable Beach das Eintauchen der roten Sonne ins Meer beobachten und dann an der Ostküste den “Staircase to Moon” fotografieren. Der Staircase ist eine Erscheinung, die nur wenige Tage im Monat zu beobachten ist. Wenn sich die gigantische Flut, die den Meeresspiegel bis zu zehn Meter steigen läßt, zurückgezogen hat und die Mud Flat zu Tage, bzw. Nachte tritt, spiegelt sich der Mond in der glänzenden Oberfläche des Watt und erweckt den Eindruck, man könne die Treppen zum Mond hinaufsteigen.

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Bis dahin vertreiben wir uns noch die Zeit am Leuchtturm, wo versteinerte Dinosaurierspuren zu Tage treten, wenn die Ebbe eine gewisse Marke unterschritten hat. Auch dafür sind wir leider zum falschen Zeitpunkt dort, doch in Beton gegossene Abbilder trösten darüber hinweg. Barfuß laufen wir über den benachbarten Strand, immer gefasst darauf, dem tödlichsten aller Tiere zu begegnen – der Würfelqualle. Eine Berührung mit dieser todbringenden Kreatur verschafft einem erstmal unbeschreibliche Qualen (daher vermutlich der Name Qualle, ein Tippfehler), um dann selbst in der Ohnmacht noch gotterbärmlich zu schreien und dann endlich zu sterben. Das Wasser ist schön warm, Krabben und Einsiedlerkrebe wuseln am Strand herum, Kegelschnecken suchen das Feuchte.

DSC02821Der Sonnenuntergang ruft, also rüber zum Cable Beach. Es haben sich schon einige Geländewagen am kilometerlangen, weißen Strand postiert. Wir gesellen uns dazu und nehmen wieder unsere erhabene Position auf dem Dach ein. Bei Käse, Salami und natürlich dem vorzüglichen Shiraz genießen wir das Schauspiel. Alle Farben, die der Horizont so hergibt, spiegeln sich im Meer und auf dem von der Ebbe freigegeben, glänzenden Strand. In tatsächlich rasender Geschwindigkeit erreicht die Sonne den Horizont und verschwindet kurz darauf ganz. Aber um das Geheimnis des Sonnenunterganges nun endlich zu lüften: die Sonne geht nicht unter. Wir drehen uns mit der Erde von der Sonne weg ;-)

Der Stairway to the Moon erwartet uns auf der anderen Seite der Stadt, also los. Wir fädeln uns im Dunkeln durch den Verkehr und platzieren uns auf einer Landzuge. Dort soll das Ereignis stattfinden, doch die Wolken versprechen nichts Gutes. Wir warten eine Stunde, bis zum Mondaufgang – hier ist es wiederum richtig, denn der Mond dreht sich um die Erde ;-) Die Wolken lassen sich selbst mit Pusten nicht bewegen und die versammelte Menschenmasse strömt etwas enttäuscht zum nebengelegen wöchentlichen Markt. Ein Event, dass sich vermutlich kein Broomer entgehen lässt, mehr Highlights gibt es nicht.

Tatsächlich hatte heute Nachmittag in der Touristinfo die nette Frau hinterm Tresen keine weiteren Tipps mehr für uns, außer dem bereits Gesehenen, Geschlossenen oder Gebuchten. Für morgen buchten wir eine Exkursion auf eine der Perlenfarmen, für die Broom weltbekannt ist. Außerdem schließt unser Plan noch einen Besuch bei Malcolm Douglas’ Crocodile Farm und die abendliche Astro-Show von Greg Quicke ein. Wegen der Astro-Show sind übrigens die obigen schlauen Kommentare bezüglich Sonnenuntergang und Mondaufgang eingeflossen. Malcolm Douglas ist eine meiner persönlichen Helden. Ich habe vor Jahren seine in den Kimberleys gedrehte Serie im deutschen Fernsehen mit Spannung verfolgt. Er war stets im Outback unterwegs, zeigte, wie man dort über die Runden kommt und hat mich letztendlich auch dazu inspiriert, ähnliches auszuprobieren. Ein Grund, warum ich hier bin.

Derby – Broome

Unser Entschluss steht fest, wir fahren nach Broome. Doch zuvor wollen wir die ansässige Infrastruktur nutzen, kaufen ein und nutzen das Internet ausgiebig. Bis Nachmittags sitzen wir im Boab Inn, während Micha Briefe schreibt und ich Fotos auf CD brenne und an den Blogartikeln feile. Ein recht ereignisloser Tag, selbst die anschließende Fahrt ist reichlich unspektakulär. Wir nisten uns in einem Caravan Park ein, kochen, lesen, füttern Moskitos und gehen schlafen. The same procedure as every day!

Gibb River Road, Tag 3

Nach gemütlichem Aufstehen, Frühstücken und Lesen, treibt uns der Backofen Sonne wieder ins Auto. Den Rest der Strecke nach Mt. Barnett haben wir ziemlich schnell geschafft. Die Hoffnung, dort einen Cappucchino zu ergattern, wurde durch den Vermerk an der Türe des Roadhouse ‘Closed’ schnell zerschlagen. Tja, es ist ‘wet season’ und Sonntag, also quasi touristenfreie Zeit. Unentschlossen und mit der Kimberley Karte bewaffnet, nehmen wir auf einer der Bänke Platz, um zu planen. Kurz darauf gesellt sich John, der Wirt des Roadhouse zu uns und wir quatschen über dies und das. Vorallem gibt er uns aber ein paar ganz hilfreiche Tipps für unsere weitere Tour. Wenn wir schon keine Krokodile in the wild zu sehen bekommen, so sollten wir doch wenigstens in einer Crocodilefarm in Broome welche zu sehen bekommen. Außerdem soll die Peninsula nördlich von Broome sehr sehenswert sein. Krokodilfleisch werden wir vermutlich in Kununurra bekommen können. Die Tipps sprudeln gerade zu aus ihm heraus.

DSC02689DSC02671 Zu aller erst sollten wir aber die Galvans Gorge besuchen, die unweit von hier ist und nicht gesperrt ist. Prompt machen wir das und vor uns tut sich nach einer kurzen Wanderung eine Oase auf, die ebenso im Amazonas hätte sein können. Ein Wasserfall stürzt über zwei Kanten in glasklares Wasser. Der Pool darunter lädt geradezu zum Schwimmen ein. Wir genießen die Idylle und das kühle Nass. Am Ufer hängen überall große Spinnennetze mit den dazugehörigen Spinnen. Von klein bis groß ist alles dabei. Micha sucht wieder die Herausforderung im Gestrüpp und möchte die erste Terasse des Wasserfalls erreichen.

Obwohl es in der Gegend die Freshies geben soll, was uns auch am Roadhouse bestätigt wurde, sind wir bisher immer noch nicht fündig geworden. Muss doch die Krokodilfarm in Broome dafür herhalten.

Die Fahrt nach Derby wird nur noch durch eine kleine Pause in einer kleinen Parkbucht, wir nennen sie ‘tropical oasis’, weil so idyllisch, unterbrochen.

DSC02647 Nach Einbruch der Dämmerung scheinen die Vögel gefallen daran zu finden, in Scharen vor dem Auto aufzuschrecken und in letzter Sekunde dann abzudrehen. Papageien, Elstern und anderes Fluggetier gönnt sich diesen Adrinalinstoß. Einer dieser Gesellen hat es mit dem Spaß etwas übertrieben und die Kollision mit dem Roobar vermutlich nicht schadlos überstanden. Die Rindviecher sind ähnlich drauf, zuerst beobachten sie das Auto lange auf sich zufahren, bis sie dann kurz vor unserer Ankunft auf die Straße laufen. Haben die Tiere das Leben auf diesem wundervollen Kontinent satt? Zugegeben, es ist sehr heiß!

Roadtrainsequenz smallRoadtrains präsentieren wieder ihr Schauspiel mit der Staubwolke. Wie zornige Monster wälzen sie sich über die Straße und nehmen mit der riesigen Staubfahne weit mehr als die Straßenbreite ein. Da man in diesen Augenblicken überhaupt nichts mehr sieht, bleiben wir sicherheitshalber jedesmal stehen und warten eine Weile ab, bis der Staub sich gelegt hat.

DSC02716Die Sonne macht einen grandiosen Abgang, ein Farbspiel von lila, gelb bis rot ergießt sich in den türkisblauen Himmel. Das Farbspiel am Horizont reflektiert sich nochmal in den spärlichen Wolken. Wir fahren exakt nach Westen, das heißt direkt in die Sonne hinein. Macher Kilometer wurde so im buchstäblichen Blindflug gemacht. Nach Einbruch der Dunkelheit – eigentlich sollte man da überhaupt nicht mehr fahren, aber wir haben nur noch ca. 100 km – lösen Eulen die Dämmerungsvögel ab. Nun sitzen Eulen am Straßenrand oder auf der Straße und warten auf uns, um dann im letzten Augenblick aufzuschrecken.

Wir sind nicht alleine unterwegs – einige andere Autos sind ebenfalls noch auf der Straße. Einem Geländewagenfahrer scheint unser Reisetempo zu gering zu sein und überholt uns in einem waghalsigen Manöver. Er schießt an der Böschung an uns vorbei und mäht einen Seitenpfosten dabei um.

Wohlbehalten erreichen wir schließlich Derby und quartieren uns bei dem bereits bekannten Caravan Park ein. Unser Tetrapack-Wein geht zur Neige.

Gibb River Road, Tag 2

Unser Zeitplan gibt uns acht Tage Zeit für die Gibb River Road, die leider weder 4WD-mäßig anspruchsvoll, noch durchgehend befahrbar ist. Außerdem sind alle nennenswerten Sehenswürdigkeiten, wie Windjana oder Bell Gorge gesperrt. Sprich, wir haben sehr viel Zeit. Und so beginnen wir den Morgen auch mit Lesen. Später gibt es noch übrig gebliebene Gemüsesuppe vom vorabend und dann lesen wir weiter. Irgendwann, als es zu heiß wird, brechen wir unser Lager ab und fahren gemütlich weiter bis zum Imimtji Roadhouse. Dort machen wir Rast, wie gesagt, wir haben Zeit. Es gibt Kaffee, Eis und im Anschluss noch einen Milch-Shake. Wir lesen und lesen. Die Weiterfahrt bleibt fahrtechnisch weiterhin unspektakulär, selbst die Flussfurten sind lächerlich klein, es werden gerade mal die Reifen benetzt. Wo ist die Gibb River Road, die uns bei der Planung etwas Respekt einflößte? Sie ist im Reiseführer von vor 10 Jahren, selbst in Australien bleibt die Zeit nicht stehen…

DSC02601Naja ganz ohne scheint sie doch nicht zu sein, zumindest wenn man zur falschen Zeit hier reist. Ein Geländewagen war wohl noch während der Regenfälle unterwegs und zu der Zeit können die Creeks einen noch so richtig mitreißen… Zur falschen Zeit am falschen Ort!

Wir biegen in die Adcock Gorge ab, die – oh Wunder – nicht gesperrt zu sein scheint. Es war auch nicht explizit nötig die Straße zu sperren, am Ende ging es dann eh nicht mehr weiteDSC02650 r. Ein etwas größerer Creek mit einem darinliegenden Baum versperrt uns den Weg. Doch draufgängerisch nehmen wir beide Hindernisse mit unserem Toyota-Zugpferd. Der Baum verhängt sich am Unterboden und wird ein Stück mit durch den Creek geschleift. Schlussenendlich erreichen wir das andere Ufer und stellen fest, dass es hier definitiv nicht mehr weitergeht. Der Wagen gräbt sich im Weichsand und Schlamm ein. Mit Mühe schaffen wir es, auf dem eng von Bäumen begrenzten Areal zu wenden. Wir machen erstmal Brotzeit, Micha läuft noch zur Adcock Gorge, während ich vorort die heimische Flora und Fauna inspiziere. Knallgrüne Ameisen überfallen mich, eine beißt mir sogar in die rechte Schulter. Nachdem hier ja alles giftig zu sein scheint, bekommt man selbst vor so kleinen Biestern Respekt. Im Wasser tummeln sich Gelbrandkäfer und viele kleine Fische. Nach unserem kurzen 4WD Abenteuer schlagen wir an einem Fotopunkt an der ‘Gibb’ unser Nachtlager auf.

Gibb River Road, Tag 1 (Lennard Gorge)

DSC02587DSC02639 Zunächst müssen wir einkaufen, denn auch wenn die Gibb River Road gesperrt ist, werden wir einen Teil davon befahren können. Wir betanken also das Auto, stopfen den Kühlschrank mit Lebensmitteln voll und erkundigen uns nochmals nach den Road Conditions der ‘Gibb’. Die Polizei verweist uns an ‘Main Road’, ein staatliches Unternehmen, welches den Status der Straßen kennt und offensichtlich auch festlegt, ob die Straße befahren werden darf oder nicht. Dort werden wir auf den gleichen Stand gebracht, auf den wir bei unserer gestrigen Internetrecherche ebenso schon gestossen sind. Wir können bis Mt. Barnett fahren und müssen dann umkehren. Also machen wir uns auf die Socken, bzw. Pneus und schrubben die ersten Kilometer Asphalt in die ‘Gibb’. Zwischendurch ist Brunch angesagt. Wir spannen unser Sonnensegel und tischen auf, was unser Kühlschrank so hergibt. Im Anschluss verdauen wir bei mitgebrachter Lektüre unser Mahl. Ab und zu rattern Roadtrains oder 4WDs vorbei, viel ist jedenfalls nicht los. Irgendwann wird es auch unter dem Sonnensegel unerträglich heiß. Bei 38°C im Schatten bauen wir ab und flüchten in unser klimatisiertes Auto. Die Piste zur Windjana Gorge und Tunnel Creek sind wie angekündigt gesperrt, deshalb nehmen wir mit der angeblich etwas weniger spektakulären Lennard Gorge vorlieb. DSC02607DSC02622 Im 4WD Gang kriechen wir dorthin. Den letzten Kilometer müssen wir laufen, während bereits auf nicht markierte Wege und Absturzgefahr an der Schlucht hingewiesen wurde. Wir nehmen sicherheitshalber das GPS mal mit, damit wir durch das unwegsame Gelände wieder zum Auto zurückfinden. Dass der Weg nicht markiert ist, war nicht übertrieben. Zuerst ging es noch auf einem Ziehweg entlang, der aber bald in einer Wendeschleife endete. Ab da ging’s nur noch durch mannshohes Gras und extrem hartes, stacheliges Spinifex. Das Spinifex scheint das einzige Gras zu sein, das nicht gefressen werden kann. Die harten Spitzen des Grases sind so spröde, dass sie sich zuerst tief in die Haut bohren und dann abbrechen. Äußerst unangenehm und kann natürlich auch zu Entzündungen führen. Jedenfalls müssen wir da zum Teil durch. Nachdem sich bei jedem Pieksen auch etwas noch gefährlicheres hätte ereignen können, inspiziere ich regelmäßig meine Beine nach Bisswunden. Wie erwähnt, Australien hat die giftigsten Schlangen und Spinnen weltweit. Manche Schlangen sind so giftig, da wäre ich zum inspizieren gar nicht mehr gekommen. Man kann sich aber relativ sicher darauf verlassen, dass die Schlangen das Weite suchen, wenn sich Menschen nähern. Darauf haben wir uns einfach auch mal verlassen. Und da ich diese Zeilen schreiben kann, scheint es auch geklappt zu haben ;-) . Den Weg konnte man nur am Geräusch eines Wasserfalles erahnen. Das Geräusch wurde immer lauter, die Socken immer voller mit stechenden Stängeln, pieksenden Kletten und Gräsersamen. Wenn man vorher noch keine Idee gehabt haben sollte, wie das Speargrass zu seinem Namen kam – nun spätestens jetzt wissen wir es. Irgendwann stehen wir an der steil abfallenden Klippe, Wasser ist jedoch nur zu hören, nicht zu sehen. Wir kraxeln runter, bis ein Wasserfall zu Tage tritt. Wir kraxeln weiter und sind schließlich am Grund der Schlucht. Wie auf einer Bratpfanne fühle ich mich, der Schweiß tropft nur so die Hutkrempe herunter. Da ist das Wasser des Lennart River eine willkommene Abfrischung. Micha springt in die Fluten, ich begnüge mich mit naßmachen und Füße ins Wasser hängen lassen. Irgendeiner muss das Auto ja auch wieder zurückbringen, wenn der andere von einem Krokodil gefressen wird. Der Rückweg ist noch etwas abenteuerlicher. Das GPS funktioniert nicht (Batterien sind leer) und wir wissen nur vage, wo das Auto steht. Das Gras scheint hier noch höher zu sein, jedenfalls sehe ich nur noch Michas Kopf herausragen, darüber sengende Sonne. Grobe Felsbrocken am völlig von Sträuchern, Büschen und diesem verdammt hohen Gras bedeckten Boden machten das Durchkommen noch schwieriger. Trotzdem erreichen wir schließlich den uns bekannten Ziehweg. Schweißgebadet und vom gepiekse in den Stiefeln genervt ziehen wir uns in das Auto zurück. Wir fahren zurück zur ‘Gibb’.

Einer der Reize der Gibb River Road sollte der 4WD Charakter der Strecke sein. Jedoch davon ist keine Spur. Die Strecke ist besser in Schuss gehalten, wie die häufiger frequentierte Hauptverbindungsstrecke vom Zentrum in die Kimberley Region – die Tanami Road. Pech gehabt, den 4WD müssen wir hier jedenfalls nicht einschalten. Hoffentlich entschädigt uns die Landschaft ein wenig für die Aufwände, die wir in Kauf genommen haben, um in die Kimberleys zu kommen. Und das tut sie. Ganz anders als im heißen, trockenen Süden, sind hier weite Grasflächen, Wälder und ab und zu River oder Creeks. Ein völlig anderes Australien, als wir es bisher zu sehen bekamen. Glückliche Kühe weiden am Straßenrand, die Kängurus sind hier sicherlich auch glücklicher, da kaum welche am Straßenrand rumliegen. An einer Parkbucht halten wir für die Nacht. Es gibt sehr reichhaltige Gemüsesuppe, die zu schnibbeln schon eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nahm. Etwas später kommt noch der Grader dazu, den wir zuvor beim begradigen der Gibb River Road überholt hatten. Ein Grader ist letztendlich nichts anderes als ein großer Räumer, der den losen Untergrund wieder glattzieht und die Furchen und Löcher damit wieder füllt. So wird die ‘Gibb’ viermal im Jahr bearbeitet, wie wir von unserem neuen Nachbarn später erfahren. 4WD – ade! Er gesellt sich zu uns und erfreut uns mit seinem sehr schlecht bis nichtverständlichem Australisch.

Derby und Geiki Gorge

DSC02534Den Morgen beginnen wir mit Pfannkuchen, bevor wir in Fitzroy Crossing einlaufen. Die Geiki Gorge ist unser Ziel. In der Touristinfo erfahren wir, dass es leider noch keine Bootstouren gibt, dafür sind wir jahreszeitlich noch zu früh dran. Um unseren Tatendrang nachzugeben machen wir zumindest eine kleine Wanderung, in der Hoffnung ein paar der exotischen hier ansässigen Tiere zu finden. Angeblich gibt es hier Freshies (Süsswasserkrokodile), Sägefische und Stachelrochen (alles im Süßwasser!), doch leider bleibt das alles unseren Augen verborgen. Trotzdem sehen wir zumindest ein paar Schützenfische am Ufer des Fitzroy River nach Futter patroullieren. Das viele Geraschel im Gestrüpp entpuppt sich sehr schnell als DSC02508 Heuschreckenarmada. Mit jeden Schritt springen etwa fünf Heuschrecken in allen Farben und Größen auf und flattern aufgeregt davon. Die Schlucht hat außer Hitze weiter nichts aufregendes zu bieten und so machen wir uns weiter auf den Weg nach Derby, dem Startpunkt der Gibb River Road. Mit der Zeit sehen wir immer häufiger die Boabtrees (Flaschenbäume), für die diese Gegend bekannt ist. Diese Bäume können offensichtlich, wie wir es mit eigenen Augen zu sehen bekommen, so groß werden, dass locker ein paar Personen darin Platz finden. Die Bäume können innen ausgehöhlt sein, was deren Vitalität aber scheinbar keinen Abbruch tut. Jedenfalls hat der Prisontree kurz vor Derby genau diesen Zweck erfüllt. Gefangene wurden darin temporär eingesperrt. In Derby begeben wir uns auf einen Campingplatz und gönnen uns mal wieder einen ausgiebige Dusche. Die mehreren Lagen aus Sonnencreme, Schweiß, Staub und Mückenmittel haben uns mittlerweile schon gut imprägniert. Die Seife kann die Kruste aber dann doch aufweichen und entfernen.

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Die schlimmste zu befürchtende Nachricht für unsere Reise hören wir von unserem Campsite-Besitzer, die Gibb River Road ist gesperrt. Unser ganzer Plan platzt auf einmal und wir sind ratlos, was wir nun tun sollen. Ein erster vernünftiger Ansatz ist, ins Hafenrestaurant zu gehen und einen gegrillten Barramundi zu verspeisen. Der Barramundi ist äußerst lecker und wir werden mit Sicherheit mal wieder Barramundi essen – wer weiß, vielleicht werden wir ja auch noch selber Barramundi angeln?

Der anschließende Besuch im Internet-Café verschafft etwas Licht in unserer Situation. Es ist nicht die ganze Strecke gesperrt. Wir schöpfen die Hoffnung, dass wir zumindest einen Teil der Strecke fahren können. Trotzdem wird es uns nicht erspart bleiben, die gleiche Strecke anschließend wieder zurückzufahren und leider auch die 900 km Great Northern Highway nach Kununurra. Unsere bereits gebuchten Flüge nach Cairns können wir offensichtlich nicht mehr stornieren, ohne Totalverlust der Ausgaben zu erleiden. Deshalb entfällt die Option, ggf. das Auto direkt nach Cairns zu fahren, vorausgesetzt Chris von TCC hätte dem zugestimmt.

Bungles Bungles Nationalpark

DSC02407Nach dem Frühstück geht es in den Nordteil des Bungle Bungle National Parks. Die Fahrt über das Kiesbett des Flusses führt zur Minipalm Gorge. Es ist mittlerweile schon wieder ziemlich heiß, deshalb entschließen wir uns die Zweistundenwanderung etwas abzukürzen. Noch ein kurzer Abstecher in die Echidna Chasm gibt uns den Rest. Die Wanderung durch das lockere Kiesbett und die sengende Sonne reichen uns für heute.

DSC02461Wir machen an der Picnic Site noch Brotzeit und fahren die 53 km Piste wieder aus dem Bungle Bungle National Park heraus. Hatte ich schon erwähnt, dass diese Piste umgeben von der wunderschönen Landschaft alleine schon eine Fahrt zu diesen Nationalpark rechtfertigt? Wir sehen noch ein paar scheue Kängurus in den Felsen rumklettern. Irgendwie macht es nicht den Anschein, als wäre das Hüpfen auf zwei Beinen die optimale Fortbewegungsvariante in felsigem Terrain. Trotzdem gibt es ja auch Rock-Wallabies, was offensichtlich wieder dafür spricht. Wie auch immer, wir sehen ebenso wieder ein paar der netten Wellensittiche, die von Baum zu Baum flattern.

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In Halls Creek belohnen wir uns mit einem 2-Liter Tetrapack und einer Flasche Wein. Mal sehen, ob das Pennerglück schmeckt, mittlerweile sind wir durch unseren Nobeleinkauf in Marree schon sehr verwöhnt und wissen, dass australischer Wein vorzüglich munden kann. Um dem latenten Festplattenplatzmangel Herr zu werden sind externe Medien gefragt. In der Post werden wir mit CDs fündig. Um der hereinbrechenden Nachmittagsmüdigkeit Paroli bieten zu können, wagen wir es ein Café anzusteuern. Doch wie verwegen, zu erwarten, um 15 Uhr in Halls Creek noch einen Cappuccino zu bekommen. Selbstverständlich wird um 15 Uhr die Kaffeemaschine geputzt und der Laden geschlossen. Wer würde denn auch noch zu so später Stunde Kaffee und Kuchen haben wollen.

Bis Fitzroy Crossing schaffen wir es vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr und um einer Känguru-Kollision in unser beider Interesse – unserem und den des Kängurus – aus dem Weg zu fahren, halten wir in einer Parkbucht für unser Nachtlager. Der Platz ist zwar nicht so lauschig, wie die vielen anderen Plätze, die wir Offroad schon hatten, aber bei der Verkehrsdichte, die wir mittlerweile in Australien gewohnt sind, ist mit nicht viel Störung zu rechnen. Der Name Great Northern Highway mag einen falschen Eindruck vermitteln. Im Vergleich zu vielen anderen Straßen passt zwar das “Great”, allerdings Highway ist für unsere gewohnten Verhältnisse wahrlich übertrieben. Auf der langen Strecke sehen wir vielleicht alle zehn Minuten ein entgegenkommendes Fahrzeug. Die Frequenz geht nach Einbruch der Dunkelheit fast gegen Null.

Die etwas schlechtere Lage des Platzes lassen wir uns nicht weiter vermiesen und gönnen uns das bisher beste Kängurusteak der Reise. Das Fleisch ist sehr zart und schmackhaft. Dazu gibt es das Pennerglück aus dem Tetrapack. Der Wein rangiert zwar auf unserer bisherigen Erfahrungsliste weiter unten ist aber durchaus akzeptabel. Die Mücken vertreiben unsere Langeweile und später in das Zelt. Abgespült wird morgen früh.

Halls Creek und Purnululu NP (Bungle Bungles)

Am Morgen verabschieden wir uns von den Australiern, mit denen wir gestern einen wirklich lustigen Abend verbracht haben und machen uns wieder auf den Weg, diesmal auf einem deutlich besseren Pistenabschnitt als gestern.

Nach einer Weile sehen wir einen liegengebliebenen Toyota und 4 Aborigines. Wir halten an und fragen durchs Fenster, ob sie Hilfe benötigen. Das bejahen sie, ihr Englisch ist aber ziemlich schlecht und wir haben Mühe sie zu verstehen. Offensichtlich ist Ihr Reifen geplatzt. Einer der Männer fragt uns nach Wasser. Mit einem Griff hinter die Sitze haben wir einen 10 Liter Wasserpack parat und reichen ihn durchs Fenster nach außen. Die Situation ist trotzdem ein wenig undurchsichtig. Auf der Ladefläche des Toyotas liegt ein intakter Reservereifen. Der Mann dem wir das Wasser gegeben haben mustert aufmerksam das Innere unseres Fahrzeugs und die nächste Frage ist, ob wir Brot haben. Nachdem wir das verneinen und somit wieder kein Grund für uns besteht aus dem Wagen auszusteigen fragt er uns, ob wir einen von Ihnen mitnehmen können. Langsam kommt uns die Sache etwas Spanisch vor und wir beenden die Diskussion. Wir versprechen, aus Halls Creek Hilfe zu schicken, was wir dann auch tun und fahren weiter.

Die Landschaft wird immer grüner, es ist ein deutlicher Unterschied zu den bisherigen Strecken feststellbar.

Als wir in Halls Creek ankommen, suchen wir als erstes die Polizeistation und setzen eine nette, aber nicht besonders enthusiastisch wirkende Polizistin von der Autopanne in Kenntnis.

Wir gehen einkaufen und sehen im Tiefkühlfach etwas, was auf den ersten Blick wie der Griff eines Regenschirms aussieht. Bei näherem Hinsehen entpuppt es sich als ein Bündel tiefgekühlter Känguruschwänze. Da der Geldautomat beim Supermarkt kaputt ist und der zweite Geldautomat im Ort kein Geld mehr beinhaltet gehen wir zur Post und heben dort etwas Bargeld ab.

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Wir tanken noch und fahren weiter zum Bungle Bungle National Park (Purnululu NP). Allein die Piste zum Nationalpark ist die Reise schon wert. Wir fahren eine wunderschöne 4WD-Strecke inmitten von fantastischer Landschaft. Wie wahllos aufgestellte Hinkelsteine stehen große Termitenhügel herum. Man kommt hier zwar definitiv nur mit einem Geländewagen weiter und obwohl es ab und zu etwas rumpelt, ist die Strecke nicht schwer zu fahren. Wir haben ein paar Mini-Fuhrten und müssen einige Bäche durchqueren. In den Bäumen am Wegrand sehen wir die ersten Wellensittiche. Der NP ist komplett mit Rauch verhanden, die Ranger machen kontrollierte Buschbrände, wie wir später in der Info des Parks erfahren.

DSC02359Am südlichen Aussichtspunkt angekommen müssen wir feststellen, dass im Kühlschrank wieder eine Milch ausgelaufen ist. Außerdem leckt einer der 15L Wasser-Kanister im Fussraum der Hinterbank und wir haben eine kleine Pfütze im Auto. Vor dem Panorama der Bungle Bungle Formationen, wie sie aus Reiseprospekten bekannt sind, schreiben wir Blog schreiben, bzw. geniesen wir die Umgebung und lesen. Mittlerweile ist alles ist in Rauch gehüllt und riecht auch entsprechend.

Gegen Sonnenuntergang fahren wir Richtung Campsite, müssen aber immer wieder anhalten, um die gigantischen Feuer, die in der Dunkelheit noch viel beindruckender wirken, zu fotografieren. Am Besten geht das natürlich wieder vom Dach des Autos aus. Der Sonnenuntergang im Westen konkurriert mit dem Buschbrand im Osten um Farbenpracht.

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Das Abendessen fällt wegen mangelden Hungers aus. Stattdessen verbrigen wir den Abend mit Bücher lesen und gehen früh zu Bett.

Tanami Track

DSC02169 Heute steht Strecke an, deshalb sind wir bereits um sieben Uhr auf den Beinen und machen uns auf den Weg. Außerdem sorgten bereits eine Schar Rosakakadus und andere Papageien mit Ihrem Geschrei dafür, dass wir nicht verschlafen. Es liegen noch etwa achthundertfünfzig Kilometer Piste vor uns, den Asphalt haben wir gestern hinter uns gebracht.

Die Piste beginnt noch recht harmlos, doch schon bald fangen die Wellen an (Wellblech), unterbrochen von Weichsand, manchmal auch beides zusammen. DSC02195 Die Pistenränder laufen wie zwei Schnüre von uns weg und treffen sich am Horizont. Egal wie lange wir fahren, der Punkt am Horizont kommt nicht näher. Die Strecke fordert höchste Aufmerksamkeit. Auf Piste fahren bedeutet, es rumpelt und rüttelt unaufhörlich. Sämtliche Gepäckteile tragen Ihren Beitrag im Orchester dieses Konzertes bei. Knarren, scheppern, klingeln, kratzen, alle denkbaren Geräusche hält die Wellblechsymphonie für uns bereit. Es ist sowohl eine psychische Belastung für die Insassen, als auch eine physische Belastung für das Material, das Fahrzeug und die Ladung. Der Lärm ist so gigantisch, dass es die MP3-Musik nur ab und zu schafft mit ein paar Tönen die Symphonie zu vervollkommnen. Der Pistenrand ist gesäumt von Känguru-Leichen. Es wird langsam klar, wozu das riesige Gestell vor dem Toyota, das Roobar, dient. Die Unfälle passieren überwiegend Nachts, da die Roos vom Scheinwerferlicht geblendet nicht zur Seite hüpfen und damit ein Opfer des zu schnell herannahenden Roobars werden.

DSC02179 Eine farblich ständig wechselnde Staubfahne hinter unserem Toyota ist unser ständiger Begleiter. Entgegenkommende Roadtrains salutieren wir mit einem kompletten Stillstand des Fahrzeuges, eine Weiterfahrt in der im Schlepp des Roadtrains hängenden Staubfahne ist ohnehin nicht möglich. Eine Zugmaschine und vier Anhänger brettern an uns vorbei. Ein lässiger Gruß des Trucker und wir stehen hustend in einer weißen Staubwolke.

DSC02197 Gegen Mittag erreichen wir Rabbit Flat, “The most remote Roadhouse of the world”. Dieses Roadhouse ist in der Karte verzeichnet, denn dort kann getankt, ein wenig eingekauft und sogar gecampt werden und ist wahrlich sehr abgelegen. Die nächsten Orte sind im Norden Halls Creek – unser Ziel – 400 km und im Süden Alice Springs – von da kommen wir – 600 km. Die Einwohner von Rabit Flat sind in der Anzahl exakt zwei! Ein älterer Herr mit gewaltiger Gesichtsbehaarung empfängt uns in seinem kleinen Laden hinter einer vergitterten Durchreiche. Er schaltet seine Dieselzapfsäule frei und befüllt unseren Tank mit dem bisher teuersten Sprit ($2,34), dazu trinken wir noch Kaffee. Rabbit Flat ist eine Oase in der Tanami Wüste. Bäume, blühende Sträucher und grüne Wiese erfreuen sich dem künstlichen Regen, der dem Grundwasser entspringt.

Nach dieser kurzen Erholung geht es wieder auf die Piste. Sie wird mit der Zeit immer enger, das Wellblech wird durch fiese Bodenwellen unterbrochen. Fahrtechnisch eine wahre Herausforderung, denn Wellblech fährt man am Besten in etwas höherer Geschwindigkeit, die Bodenwellen jedoch können solche höheren Geschwindigkeiten rasch mit einem Ausbrechen des Fahrzeuges oder schlimmstenfalls mit einem Überschlag enden. Gekonnt fängt Micha einen dieser Ausbruchversuche ab, wir schlendern von einem Pistenrand zum anderen, bis das Fahrzeug wieder stabil fährt. Nochmal gut gegangen.

DSC02248Termitenfelder, soweit das Auge reicht säumen die Piste ab Western Australia. Soldatenfriedhöfen gleich, dokumentieren sie die Schlacht der Termiten gegen die Bäume, die einst dort standen. Der Sieger ist klar – die Termiten.

Am Horizont erblicken wir ab und zu gewaltige Rauchfahnen, bis sich herausstellt, dass es sich um DSC02227 Buschbrände handelt. Wir fahren an abgebrannter Erde vorbei und sehen die gewaltige Feuersbrunst bei Ihrer Arbeit. Vom Dach des Toyota aus, erblicken wir das Feuer aus den meterhohen Sträuchern und Gräser schlagen. Einer Feuerwalze gleich bahnt sich die Front vorwärts.

Alles in allem haben wir den heutigen Tag auf der Piste ganz gut überstanden. Geringe Verluste sind trotzdem zu verzeichnen. Ein Ei hat sich im Kühlschrank selbstständig gemacht und mit der ausgelaufen Milch vermengt. Der rechte seitliche Blinker hängt nur noch am Kabel aus der Karosse.

DSC02288 Wir nehmen die Abzweigung zum Wolfe Creek Meteorite Crater, an dem wir unser Lager aufschlagen werden. Eine echte Attraktion, kaum ausgeschildert und wenig bekannt. Man kann den Kraterrand hochlaufen und blickt in den 850 m breiten Einschlagskrater. Ein gigantischer Anblick!Nebendran präsentiert uns eine bunte Echse ihre Jagdkünste beim Ameisenernten. Blitzschnell schnappt sie zu und wieder ist eine Ameise weg.

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Wir treffen an unserem Schlafplatz ein paar Australier, die die Canning Stock Route gefahren sind. Wir sind die ersten Menschen, die sie seit 12 Tagen sehen. Gemeinsam verbringen wir einen lustigen Abend, genügend Wein bekommen wir von unseren trinkfesten Gastgebern spendiert.

Mittlerweile haben wir wieder eine neue Zeitzone erreicht, die Zeit wird wieder mal um eine halbe Stunde verstellt. Langsam stimmt keine Uhr mehr, jede zeigt was anderes an.

Ein Sonntag in Alice Springs

Nach der Übernachtung in der Owen Spring Reserve dauerte es nicht mehr lange bis wir Alice Springs erreichen. Beim Durchfahren der Straßen stellen wir sehr bald fest, dass heute Sonntag ist und somit fast alles geschlossen hat. Wir nutzen die Zeit und setzen uns in ein nettes Cafe und schreiben Postkarten. Das Einkaufszentrum hat wider Erwarten doch offen und so vervollständigen wir unsere Vorräte noch. In einem kleinen Souvenierladen in der Fußgängerzone bummeln wir ein wenig und kaufen auch ein paar Kleinigkeiten. Nachdem wir unsere Postkarten eingeworfen haben und einen Laden gefunden haben, wo wir mit unserem Laptop ins Internet kommen, buchen wir dort unseren Inlandsflug von Darwin nach Cairns und laden die inzwischen aufgelaufenen Blogartikel hoch.

DSC02151Im Anschluß besuchen wir den Royal Flying Doctor Service in Alice Springs. Der RFDS ist eine tolle Einrichtung in Australien – und für viele abgelegene Orte im Outback die einzige Möglichkeit, qualifizierte medizinische Hilfe zu bekommen. Meist kann innerhalb (verhältnismäßig) kurzer Zeit ein Arzt oder eine Krankenschwester – je nach Schwere des Notfalls vor Ort sein. Ist das nicht möglich oder nicht notwendig, wird per Funk diagnostiziert und Ratschläge erteilt.

Nach dem interessanten Besuch beim RFDS tanken wir unsere zwei Tanks wieder voll, versuchen, unsere Lieben daheim telefonisch zu erreichen und fahren dann noch bis in die Dunkelheit auf der Tanami Road bis Tillmouth Well, alles asphaltiert. Dort verdrücken wir unsere Reste von den Essen der letzten Tagen, duschen und rasieren uns und gehen früh ins Bett, denn morgen stehen die restlichen 850km der 1000km Tanami Road an.