Heimflug mit Schwierigkeiten

Viel Zeit blieb uns in Cairns nicht mehr, und so kehrten wir nach einem kurzen Ausflug und einem Eiskaffee in der City wieder ins Hotel zurück, unsere Siebensachen hatten wir schon am Morgen gepackt, checkten aus und ließen uns vom Shuttle Service zum Flughafen bringen.

Die Security in Cairns nahm es besonders genau und so durfte ich meine Zahnpastatube in der deutlich erkennbar nur noch ein kleiner Rest Zahnpasta enthalten war, nicht im Handgepäck lassen, da die Tube an sich mehr als 100 ml fassen kann. Ich bin so erleichtert, dass denen das aufgefallen ist. Jetzt fühle ich mich vor den bösen Terroristen doch schon gleich viel sicherer! Nach dem Durchleuchten der Tasche fing die nette Dame wieder eine Diskussion an, denn ich hatte noch eine angebrochene 2g Tube Bepanthen Nasensalbe, die nicht in einer wiederverschließbaren Plastiktüte war, und Ihrer Definition nach fällt das unter Gel und Flüssigkeiten. Die Tatsache, dass ich damit nach Australien und auch innerhalb Australiens schon geflogen bin, zählte nicht und so musste ich mich von weiteren Teilen meines Gepäcks trennen. Reichlich genervt machten wir uns auf den Weg zum Gate, aßen noch eine Kleinigkeit und wollten ins Flugzeug einsteigen. Ich war schon fast drinnen, da fiel dem Mitarbeiter von JetStar, die den Quantas-Flug übernommen hatten auf, dass meine Handgepäckstasche doch recht schwer aussah. Er hob sie hoch und sagte nur: “Viel zu schwer!” Netterweise durfte ich noch herausnehmen was ich für den Flug brauchte und dann erklärte er mir, dass der Koffer eingecheckt werden müsste, da er nicht oben im Passagierraum befördert werden könne. Ich nahm nur das Notobook mit und dachte, mir, schön, dann kann ich eben unbeschwerter Reisen.

Nach ein paar Stunden Flug erreichten wir dann Singapur und da wir genügend Wartezeit hatten, wollten wir das kostenlose Internet am Flughafen benutzen. Das funktioniert ganz einfach, man meldet sich einmal an und bekommt dann ein Passwort per SMS zugesendet. Also griff ich in meine Hosentasche um mein Handy rauszunehmen und was stellte ich fest? Kein Handy! Mist, ich versuchte mich zu erinnern, ob ich es nach der fruchtlosen Diskussion am Flughafen in Cairns ins Handgepäck gesteckt habe oder nicht – und es fiel mir nicht mehr ein. Nachschauen konnte ich auch nicht, denn mein Handgepäck wurde nun ja durchgecheckt bis Frankfurt! Wir nahmen dann halt einfach Stählers Handynummer und ich werde dann wohl in Frankfurt erfahren, ob mein Telefon noch in Cairns weilt, oder ob ich es doch eingesteckt habe…

2. Tauchtag, Great Barrier Reef

Der zweite Tag an Bord der Kanguru Explorer ging schon recht zeitig los: um 5:30 ertönte der Weckruf für den Morning Dive – und da ich ja auch was davon haben wollte, beschloss ich, ebenfalls schnorcheln zu gehen. Außerdem wollte ich natürlich die Unterwasser-Videokamera, die ich mir in Cairns geliehen hatte, ausprobieren. Nach den Schnorchelgängen von gestern fühlte ich mich sicher genug, auch noch ein weiteres Teil mit mir herumzuschleppen.

Ich kam gut zurecht und der letzte meiner heutigen 3 Schnorchelgänge wurde dann auch ein richtiges Erfolgserlebnis. Ich begleitete eine Meeresschildkröte ein Weilchen, bis sie zum Atemholen auftauchte und nach einer Weile entdeckte ich sogar einen kleinen Riffhai, den ich noch kurz auf Videoband bannen konnte. Stähler absolvierte heute ebenfalls 3 Tauchgänge und war mit dem Gesehenen ebenfalls sehr zufrieden. Vor der Überfahrt zum Hafen beschloss ich, diesmal prophylaktisch etwas gegen die Seekrankheit einzunehmen und tatsächlich wird die Fahrt recht rauh. Aber das Mittel wirkte einwandfrei, ich fühlte mich bei der Ankunft immer noch topfit, nicht der Anflug einer Übelkeit wollte sich einstellen, und das ist auch gut so!

Nach dem ich die Videokamera wieder abgegeben hatte, kauften wir uns noch ein Eis und schlenderten langsam zurück zum Hotel. Nachdem wir beide die letzte Nacht nicht besonders gut wegen des Geschaukels des Schiffes schlafen konnten, fielen wir ziemlich fertig bereits um 18 Uhr ins Bett und schliefen bis zum nächsten Morgen.

1. Tauchtag, Great Barrier Reef

Relativ pünktlich um 8 stand der Abholservice vom Cairns Dive Center vor der Türe, um uns zu unserem 2tägigen Tauch/Schnorcheltrip abzuholen. Ein netter Fahrer mit unverkennbarem schweizer Akzent brachte uns zum Büro von CDC, wo wir den Papierkram erledigten und unser erstes Briefing bezüglich der Überfahrt zur Kanguru Explorer, unserem Schif für die nächsten zwei Tage, erhielten. Und diese Überfahrt hatte es dann auch schon in sich. Stähler hatte ein Mittel gegen Seekrankheit geschluckt, da er schon wusste, daß das bei ihm immer etwas problematisch ist. Da ich bisher nie wirklich Probleme mit Schifffahrten hatte, ließ ich es bleiben, allerdings muss ich sagen, daß sich das beinahe als Fehler herausgestellt hätte. Ich hatte es zwar bis zum Schluß gut unter Kontrolle, als jedoch unter den Engländern an Bord das lustige Wettkotzen in die freundlicherweise bereitgestellten Auffangtüten losging, da hatte ich dann doch meine Bedenken, ob das wohl gutgehen würde… Tat es aber – der alte Trick, den Blick fest auf den Horizont zu richten, hat sicher auch geholfen.

An Bord angekommen, wurden wir von einer freundlichen Crew begrüßt und wenig später waren wir auch schon zu unserem ersten Schnorchelgang bzw Tauchgang im Wasser. Insgesamt kamen wir dann am 2.5. noch auf 3 Tauchgänge respektive 2 Schnorchelgänge für mich.

Und – die Welt ist klein – wir trafen auf dem Schiff Christina und Nils wieder, die wir schon in Coober Pedy getroffen hatten.

Unter den Sichtungen waren unter anderem ein Hai, Stachelrochen und eine Meeresschildkröte.

Den Abend ließ ich dann noch mit interessanten Gesprächen mit einem netten Paar aus England und einigen Crewmitgliedern ausklingen.

In Cairns kann man leben…

Ziemlich übermüdet kamen wir in Cairns an, erkundigten uns am Flughafen nach einem Shuttle Service und nach versprochenen 10-15 Minuten, die meiner Uhr nach dann doch eher einer halben bis dreiviertel Stunde glichen, kam unser Shuttle Service, der uns in unser Hotel, das Bay Village Tropical Retreat, brachte.

Wir machten eine kleine Erholungspause und beschlossen dann, Cairns zu erkunden. Entlang der Esplanade machten wir uns auf den Weg ins City Center, und schon sehr bald stellten wir fest, dass Cairns ein Ort ist, an dem man es wirklich aushalten kann. Entlang der Esplanade sind überall kleine Rastplätzchen mit öffentlichen, kostenlosen Gasgrills an denen man sich sein BBQ bereiten kann. Ein Weilchen weiter kommt man am öffentlichen Freibad vorbei, das ebenfalls für jedermann kostenlos ist.

Da wir doch schon recht hungrig waren, bestellten wir gleich beim ersten Restaurant, das uns über den Weg lief etwas zu essen. Als wir das Essen dann in wunderschöner Atmosphäre dann auf dem Tisch hatten und erst recht später, als wir auch mal in einem echten Café gegessen hatten, merkten wir, dass dieses Essen ein echter Griff ins Klo war. Naja, wenigstens einigermassen satt wurden wir, das war aber auch schon alles, was man dem Gutes abgewinnen konnte.

Auf dem Nachhauseweg zum Hotel schlenderten wir an einem Didgeridoo-Geschäft vorbei und da fiel uns ein, dass wir ja noch eine CD mit authentischer Aboriginal-Musik kaufen wollten. Wir begannen ein Gespräch mit dem Ladeninhaber, der übrigens mit einer Deutschen verheiratet ist und Nürnberg nicht kannte, wohl aber Erlangen, ein Gespräch und wenige Minuten später waren wir mitten drin in unserer ersten Didgeridoo-Übungsstunde. Nach einer Weile kamen auch schon die ersten Töne, die tatsächlich nach Didgeridoo klangen aus dem ungewohnten Instrument. Nach wiederum einer etwas längeren Weile gelang es uns dann auch, ansatzweise die komplizierte Zirkuläratmung zu meistern und wir entschlossen uns zum Kauf eines Didge, wie der Australier zu sagen pflegt…

Dann kamen wir noch in den Genuß eines echten Essens, 2mal Fish and Chips für den Preis von einem und diesmal wirklich lecker!

Und weil der Abend noch jung war, namen wir im Anschluss gleich noch die nächste Didgeridoo-Stunde…

Auto abgeben und Darwin Flughafen

Da wir noch etwas Zeit hatten, bis wir das Auto in Darwin abgeben mussten, entschlossen wir uns, das Museum and Art Gallery of the Northern Territory zu besuchen. Das Museum hat einen sehr gut aufbereiteten naturhistorischen Teil, sehr viel sehr schöne Aboriginal Art und einen interessanten Teil über den Zyklon Tracey. Letzter wird unter anderem recht eindrucksvoll von Bill Bryson in seinem Buch “Frühstück mit Kängurus” gut beschrieben.

Es gibt beispielsweise einen winzigen Raum, der stockdunkel ist und in dem in heftiger Lautstärke Originalaufnahmen von dem Sturm abgespielt werden, der 1974 Darwin fast komplett dem Erdboden gleich machte. Da ist man dann doch froh, wenn man heil und unversehrt das Museum wieder verlassen kann.

In der wenigen verbleibenden Zeit fuhren wir noch an den East Point, entschlossen uns dann aber, das Militärmuseum nicht mehr zu besuchen, da die Zeit dann doch etwas knapp geworden wäre und uns das Militärische dann doch nicht allzusehr interessiert…

Also fuhren wir weiter zum Partnergeschäft des TCC, das die Rückgabe des Autos abwickeln sollte. Nach langen treuen Diensten war es dann so weit: Wir mussten unseren Toyota LandCruiser wieder abgeben. 8442km weit hat er uns durch Australien gebracht. Oft über geteerte Strassen, aber oft auch in unwegsamem Gelände – immer zuverlässig aber durstig. Unter 15l/100km war nichts zu machen. Dennoch beschlich uns ein wenig Wehmut, da nun der Hauptteil unserer Australienreise, nämlich die Fahrt durchs Outback, endgültig zu Ende war.

Der nette Mitarbeiter der Autofirma hat nochmal alles mit uns durchgecheckt und dann ging es im Taxi zum Flughafen. Der für die nächsten langen Stunden erstmal unser Zuhause wurde, da unser Flug erst um 1:40 Uhr nachts weiterging. Wir nutzten die Zeit, um einige unserer zahlreichen Fotos zu beschriften und ein paar ältere Blogartikel fertigzustellen, außerdem kann man sich, wenn man lange genug an einem Flughafen herumsitzt ja auch prächtig langweilen, was wir dann auch taten.

Irgendwann war es dann so weit und unser “halte den Passagier eine ganze Nacht lang wach”-Inlands-Flug-in-Australien über Brisbane nach Cairns konnte starten.

Barramundi angeln und mehr im Kakadu National Park

Wir haben am Kakadu National Park selbstverständlich Mücken erwartet, es gibt hier ziemlich viele Überschwemmungsflächen und die Flüsse sind das ganze Jahr über mit Wasser gefüllt. Aber das, was uns am Morgen erwartete, sprengte meine Vorstellungskraft. Die Moskitogaze war voll dieser Blutsauger, die nur darauf warteten, dass wir einen Fuß vor das Zelt setzten. Ständig drangen welche in dasDSC03316 Zelt ein, es gibt leider genügend Öffnungen, die das zulassen. Mit diesem Mückenstrom konnten wir fertig werden, doch was tun mit der Mückenbelagerung außerhalb des Zeltes? Micha fasst den mutigen Entschluss und stürmt nach unten, um das Insektengift zu holen, dann begann die Schlacht. Ein Gemetzel, das selbst mir einen gewaltigen Hustenreiz abverlangte, gereizt durch die Giftgaswolke, die langsam in das Zelt eindringt. Die Schlacht war kurz aber heftig. Die Dose ist leer, überall liegen Mückenleichen herum, genug Zeit um sich mit Mückenmittel einzusprühen. Allerdings scheint das die Moskitos hier nicht sonderlich zu beeindrucken. Die Sonne wird heißer, die Mücken weniger. Deutlich entspannter können wir uns dem Frühstück widmen, dem übrig gebliebenen Bohnengericht.

In der “Beautyfarm”, den hiesigen Facilities, gönnen wir uns eine ausgiebige Dusche, Rasur, Zahn- und Hautpflege. Doch trotz all dieser Pflege ist gleich wieder Mückenrepellent angesagt, die Biester lassen einfach nicht locker. In der Rezeption schlürfen wir in mückenfreier Atmosphäre entspannt unseren Cappucchino und surfen etwas im Internet.

DSC03457 Gegen Ein Uhr holt uns Dean zum Fischen ab. Sein Boot im Schlepp fahren wir durch Überschwemmungsgebiet zur Bootsrampe. Mit dem Boot fahren wir in eine grüne, von Schwimmpflanzen übersäte Flusslandschaft hinein. Er erzählt recht viel über die hiesige Tier- und Pflanzenwelt, anfänglich in Idiotenenglisch, bis er offensichtlich überreisst, dass wir auch “normales” Englisch durchaus in der Lage sind zu verstehen. Bei einem in der Sonne dösenden Saltie erzählt er uns, dass die größeren Exemplare auch schon mal einen Namen bekommen. So gibt es Tripod, das dreibeinige Croc; Blacky, der Tripod das Bein abgebissen hat und seine schwarze Farbe daher hat, da er sich nur in Süsswasser aufhält. Und Pluto gibt es auch noch. Einst war ein Aborigine mit seinem Hund Pluto in den Sümpfen unterwegs. Und als Pluto von einem Croc gefressen wurde, nannte er das Krokodil Pluto. Eine etwas merkwürdige, wenn auch interessante Variante eines Grabsteines. Desweiteren bekommen wir den einzigen heimischen Storch Australiens, den Jabaru zu sehen. Außerdem scheinen es diverse andere Vögel ebenso mit uns gut zu meinen, so jedenfalls Dean, der bisher nie so erfolgreich auf Fotosafari mit seinem Boot war. Der Rufus Night Heron läßt sich quasi von Auge zu Auge ablichten, der Forest Kingfisher macht nicht mal Anstalten zu fliehen, als wir ihn dazu aufforderten, um auch ein paar Flugbilder zu erhaschen. Eine beliebte Aborigine-Speise scheinen die Magpie Geese zu sein, die hier in Scharen vorkommen oder auch deren Eier. Die sehr farbenfrohen Rainbow Bee Eater stürzen sich vor uns ins Wasser, um fliegende Insekten zu fangen. Elegant landet ein White Bellied Seaeagle auf einem Baum, der zweitgrößte Greifvogel Australiens, und präsentiert sich majestätisch zum Fotoshooting. Der Whisteling Kite, ebenfalls ein Raubvogel, begleitet uns schon durch ganz Australien. Zweimal konnten wir ihn als erfolgreichen Jäger mit einer Schlange in den Fängen davonfliegen sehen. Immer wieder belustigen uns die Kakadus mit ihren merkwürdigen Akrobatiken im Baum. Machmal scheint es, sie hingen in einer aussichtlosen Lage, entweder kopfüber an einem Ast oder gar nur noch am Schnabel mit Ihren Krallen nach einem rettenden Ast angelnd. Ein markerweichendes, aufgeregtes Geschrei kündigt einen Whisteling Kite an, der sogar noch die Dreistigkeit besitzt, auf dem kakadubesetzten Baum zu landen. Unter Protest wechseln die Kakadus zum Nachbarbaum. Lautes Schmatzen im Wasser, so Dean, bedeutet, dass der Barramundi wieder einen Fisch an der Wasseroberfläche eingesaugt hat. Die Jagdmethode ist nämlich ebenso einfach wie effizient. Der Barramundi reißt seine riesiges Maul auf und saugt durch den Unterdruck seine Beute einfach ein.

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DSC03369Es geht ans Angeln. Dean erklärt uns, dass der Wobbler (mit Haken besetzter Fischdummy) ruckartig durch das Wasser gezogen werden sollte. Dahinter vermutet der Barramundi einen kranken Fisch und stürzt sich auf ihn, so die Theorie. Er demonstriert die Praxis kurz und sehr beeindruckend, denn der erste Barrumundi hängt bereits am Haken. Dean drückt mir die Rute in die Hand und ich ziehe den 53 cm langen Barramundi an Deck. Leider liegt er mit dieser, für mich trotzdem beeindruckenden Größe, noch unter dem Fangmaß. Er wird wieder in die Freiheit entlassen. Micha und ich versuchen unser Glück und irgendwann fange ich einen, der leider mit seinen 54 cm immer noch unter den 55cm Fangmaß liegt, also zurück ins Wasser. IMG 1696 Wir fangen weitere noch kleinere Barramundis, bis Micha unser Abendessen sichert. Mit knapp über dem Fangmaß, hat dieser Fisch leider nicht so viel Glück und wird von Dean fachmännisch getötet. Später filetiert er ihn noch für uns, wir freuen uns auf etwa ein Kilogramm Barramundi-Filet zum Dinner. Um Deans Office, wie er diesen Teil des Kakadu National Parks nennt, beneide ich ihn. Überflutete Wiesen, Seerosen, überall kreischende und gackernde Vögel, gegenüber von uns taucht ein Saltie auf und geht wieder unter. Kanufahren ist hier im Übrigen zur Sicherheit der Kanufahrer verboten, denn diese scheinen von Salties manchmal attackiert zu werden, während ein Motorboot von der Form wohl weniger einem Konkurrenten ähnelt und in der Regel unbehelligt bleibt. Trotzdem scheint auch das Motorengeräusch vom machen Salties als Knurren eines Konkurrenten aufgefasst zu werden. Es gab auch schon solche Unfälle mit Motorbooten. Wir fühlen uns jedenfalls ziemlich sicher in Deans Boot und genießen den Ausflug in vollen Zügen. Gegend Abend sorgt die Sonne für eine besondere Stimmung. Die Landschaft reflektiert sich im stillen Wasser, die Vögel machen Lärm, die Fische springen und die Fliegen sind ebenso präsent.

DSC03461Unser Barramundi-Filet wird zu einem unserer köstlichsten Gerichte dieser Reise verarbeitet. Wir sind von dem zarten Fleisch überwältigt und sind uns einig, dieser Tag war definitiv einer unserer Reisehöhepunkte. Leider zwingen mich die Mücken in lange Klamotten, was unwillkürlich zu permanentem Schwitzen führt. Tja, schwitzen oder von Mücken maltretiert werden, das sind die Optionen. Trotzdem finden sie natürlich verwundbare Stellen, schon lange habe ich das Zählen den Stiche aufgegeben.

Katherine Gorge und Kakadu National Park

Wir stechen mit dem Boot in den dampfenden Fluss der Katherine Gorge. Die Luft ist kühl, die Sonne beginnt so eben die oberen Kanten der Schlucht zu kitzeln. An den Bäumen hängen Fruit Bats (Fledermäuse) wie reife Früchte und kreischen, wenn sie sich gegenseitig zu nahe kommen. Flapp, flapp, wieder kommt eine angeflogen und lässt sich wie ein nasser Sack in das Geäst fallen. Das Frühstück ist gelinde gesagt grauenhaft. Sicherlich sind wir durch unsere Gourmet-Tour durch Australien etwas verwöhnt, zumal unsere Kochkünste sich fast täglich übertreffen. Dennoch sind wir sehr wohl noch in der Lage zu beurteilen, ob was gut oder schlecht

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gekocht wurde. Es gibt Rührei, sollte es zumindest sein, Bohnen und Speck. Das Rührei ist dermaßen geschmacksneutral, dass die Korrelation zwischen dem auf der Gabel Gesehenem und im Mund Geschmecktem Unbehagen ausübt. Optisch ist es Rührei, geschmacklich keine Ahnung? Da mit Eiern nicht zu spaßen ist, belasse ich es bei dieser Portion und widme mich lieber dem vorbeiziehenden Panorama. Ein Freshie liegt im Schatten und hofft darauf, dass ihn die Sonne bald in Schwung bringen möge. Eine Wasserschlange kreuzt unseren Seeweg.

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Im Kakadu National Park steuern wir zuerst den am Ende einer Piste liegenden Gunlom Wasserfall an. Es gibt Brotzeit. Mittlerweile sind wir darauf bedacht, unsere Essensvorräte zu dezimieren, in drei Tagen müssen wir unser Auto in Darwin abgeben. Der Wasserfall stürzt sich viele Meter in einen glasklaren See. Wir hoffen auf eine dort beheimatete Wasserschildkröte zu stoßen, doch der kleine Badebetrieb verhindert die geringsten Aussichten diesbezüglich.

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In der Gagudju Cooinda Lodge suchen wir uns einen passenden Platz zum Campen und vertreiben uns die Zeit zuerst bei einem Cappucchino, dann beim Moskitoklatschen und später bei einem kühlen Bier mit grauenhafter Live-Musik. Unter der Motivation der Moskitos zaubern wir aus unseren Restbeständen in kurzer Zeit ein recht passables Bohnengericht mit Salat. Ich heimse mal wieder reichlich Stiche ein, trotz Moskitorepellent und Moskitocoils, die an jedem Eck qualmen. Dingos streifen herum und heulen, Fruit Bats hängen in den Bäumen und stimmen ebenso zum Konzert ein.

Spontan buchten wir heute noch eine Angeltour mit unserem persönlichen Fischer-Guide im Kakadu National Park. Wir denken, das es eine gute Alternative zu den überfüllten Touristenbooten ist und bereitet außerdem den Angelspaß und bei Petriglück noch ein Abendessen.

6500 Kilometer – wir haben fertig

Der Rest der üppigen Massaman-Portion von gestern Abend wird noch niedergemacht, bevor wir uns auf die Piste zurück zum Great Northern Highway machen. Bald darauf und nach ein paar Flussfurten hat uns der Highway auch wieder. Ich beginne am Laptop die vergangenen Tage ins Blog zu hacken und rechne unsere bisher gefahrenen Kilomter zusammen. Die geplanten 6500 Kilomter sind erreicht, wir können also aufhören mit fahren ;-) . Diverse Umwege und Zusatztouren verschafften uns die zusätzlichen Kilometer – Bungle Bungle National Park, Broome, Abstecher in die Gibb, Abstecher in die Windjana Gorge. Schätzungsweise 1500 km liegen noch vor uns – Katherine, danach Darwin.

Ein kurzer Zwischenstopp in Fitzroy Crossing nutzen wir um den Durst unseres bisher treuen Gefährtes zu stillen, der sich später in Halls Creek als überdurchschnittlich hoch erweist. Bisher sind wir mit 15 Litern pro 100 Kilometer ausgekommen, nun sind es zwischen 20 und 30 Litern! Etwas beunruhigt inspizieren wir das Auto, ist der Luftfilter dicht, das Allrad angeschaltet, die Freilaufnaben in der Free-Stellung, steht der Kühlschrank auf gefrieren, statt auf kühlen? Nichts davon. Etwas beiläufig erwähnt Micha noch, dass es die letzten 300 Kilomter stetig bergauf ging. Wir vermuten den Grund darin und fahren erst mal mit einem plausiblen Grund für den erhöhten Spritverbrauch beruhigt weiter. Und tatsächlich, der Verbrauch fällt wieder, allerdings scheint er immer noch zu hoch.

Die Strecke des Great Northern Highways ist zwar landschaftlich sehr reizvoll, insbesondere ab Halls Creek, doch soviel Landschaft kann hier gar nicht sein, als dass man nicht irgendwann ins Dösen und Träumen kommt. Wir haben vereinbart, dass nur der Beifahrer auch ein Nickerchen halten darf, der Fahrer solle das unterlassen – wir halten uns beide daran. Aufregend wird es auf der Strecke nur immer dann, wenn ein Road Train entgegenkommt und sein Luftschwall das Auto so taumeln läßt, dass es auf der Straße zu halten schon einiger Lenkmanöver bedarf. Sofern im Dösen Schilder nicht übersehen werden, besteht auch eine gute Chance, nicht etwa falsch, bzw. gar nicht abzubiegen und an einem 500 Kilometer vom Ziel entfernten Ort herauszukommen. Auch wenn es etwas makaber klingt, selbst tote Tiere am Straßenrand sind mittlerweile eine willkommene Abwechslung. Meist sind es Kängurus, manche sind allerdings schon so platt, dass es auch ein Nasenbär oder Belugawal hätte sein können. Kühe verfolgen uns mit interessierten Blicken, während sie überlegen, auf die Straße zu stürzen. Immer wieder sind Buschbrände in der Ferne und auch Nähe zu sehen. Teilweise gehen sie bis an die Straße heran und neben uns züngeln die Flammen hoch, während sie das Gestrüpp verspeisen. Flammenfronten wälzen sich die Hänge hinauf und sind noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen. Ein todbringendes, aber auch lebenspendendes Spektakel, dass die Natur meist durch Blitzschlag initiiert. All diese Ereignisse spenden Gesprächsmaterial, das, wenn wir verbissen daran festhalten, für etwa fünf Minuten Konversation herhalten kann, dann ist wieder Stille. Der Beifahrer macht ein Nickerchen, der Fahrer döst.

Zwei geplante Höhepunkte halten uns heute bei besonders guter Laune, ein Cappucchino in dem uns bereits bekannten Café in Halls Creek, das ja bereits ab 3 Uhr Nachmittags schließt und ein Dinner mit einem Krokodil in Kununurra. Wir erreichen Halls Creek gegen Mittag und freuen uns darauf, uns den Kaffee ins Gesicht zu schütten. Es ist nicht Wochenende und alle uns bekannten Rahmenbedingugen stehen gut, so dass wir eine realistische Chance haben, einen Kaffee ergattern zu können. Wir staunen nicht schlecht, als der Laden völlig verrammelt dasteht, als wolle er sagen, was wollt Ihr denn hier, heute ist Feiertag. Und in der Tat, heute ist ANZAC-Day, an dem den australischen und neuseeländischen Truppen im Ersten Weltkrieg gedacht wird. Es wäre zu verwegen, zu denken, an einem Feiertag hätte auch nur irgendetwas offen. Wer einen Kaffee will, muss sich einen selber machen, nur wo und womit? Das läßt unsere Hoffnung auch drastisch schwinden, was das Krokodilschnitzel angeht, welches wir für heute abend avisiert hatten. Und tatsächlich, in Kununurra angekommen herrscht ebensolche Stille, wie in Halls Creek. Ein paar Aborigines lungern im Schatten unter den Bäumen rum, ansonsten tote Hose. Was allerdings sehr verwundert, die Touristinfo hat offen. Dort wird uns leider ebenso bestätigt, dass Croc-Schnitzel heute kalt bleiben.

Na dann satteln wir halt um und braten Känguru in Knoblauch eingelegt. Wir sind beide so hungrig, dass es auch kaum vieler Worte und Taten bedarf, das Gericht in wenigen Minuten fertigzustellen. Unser Cabernet Sauvignon rundet das vorzügliche Mal erstklassig ab. Der Sternenhimmel lädt zum Schlafen darunter ein, entsprechend platzieren wir unsere Schlafsäcke unter das Kreuz des Südens.

Katherine

Nach dem Frühstück fahren wir gleich weiter nach Katherine und kippen uns dort erst mal einen Kaffee ins Gesicht. Außerdem erfahren wir in einer Internet-Klitsche, dass es nebenan im Restaurant Krokodil zu essen gibt. Das ist genau das, was wir hören wollten. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit in der Tourist Info und informieren uns über die hiesigen Attraktionen. Für morgen buchen wir einen Breakfast Cruise durch die Katherine Gorge. Dort bekommen wir zum Frühstück auf dem Schiff die Schlucht in der aufgehenden Sonne gezeigt. Auf die Frage, ob es in Katherine irgendwo Krokodil zu essen gäbe, sind sich beide Kolleginnen einig – es gibt nirgendwo Krokodil zu essen. Wir wollten sie nicht weiter bloßstellen und lassen unsere Belehrung. Das Krokodil hat vorzüglich gemundet, etwas gummiartige Konsistenz wie Tintenfisch, aber sehr lecker. Mit dem halben Liter Wein, den ich mir zum Essen bestellte, habe ich mich etwas übernommen. Deshalb fährt Micha uns die etwa dreißig Kilometer zu dem Parkplatz, wo die Bootsfahrt morgen losgehen soll. Ich liege sehr schnell im Bett, doch irgendwann des Nächtens treibt mich mein Brand zum Wassertrinken.

Tierwelt Australiens

Bereits in Sydney sind wir ganz aus dem Häuschen, als wir die ersten Papageien frei herumfliegen sehen. Ibise stochern im Hyde Park nach Würmern. In Adelaide geht es weiter mit noch bunteren Papageien.

Als wir unser erstes Känguru in den Flinders Ranges zu sehen bekommen, wird uns so richtig bewusst; wir sind in Australien. Doch damit nicht genug, im Laufe der Reise bekommen wir noch reichlich anderes zu sehen.

Adler, Bussarde und Falken, die sich zum Teil an Kadavern von Verkehrsopfern zu schaffen machen. Ein Bussard transportiert eine Schlange ab, im Übrigen die einzige Schlange, die wir bisher zu sehen bekamen. Kreischende Kakadus hängen bald überall herum und nerven mit Ihrem markerweichenden Geschrei, vorzugsweise, wenn der Morgenschlaf noch nicht beendet ist. Woher deren Name kommt, wird mir bei einer Lektüre unter einem von diesen Schreihälsen belagerten Bäume bald bewusst. Ich bekomme zwei Treffer ab und schreie aufgebracht – Kacker Du! Andere bunte Papageien und Kakadus, die es zu benennen erst noch ein Nachschlagewerk bedarf, gesellen sich stets dazu oder kreuzen unseren Weg. Der uns allen so bekannte Wellensittich hält sich hingegen sehr bedeckt, den sahen wir bisher nur im Bungle Bungle National Park.

Eingeführtes Getier, wie der Wildhund oder Dingo streunen im Watarrka National Park herum. Ein etwa 6000 Kilometer langer Zaun trennt das Sheep-Country vom Dingo-Country. Die zum Eisenbahnbau eingeführten Kamele, in Wirklichkeit sind das Dromedare aus Afghanistan, hatten irgendwann ausgedient und wurden sich selbst überlassen. Zwei der Nachfahren bekamen wir nahe Alice Springs zu Gesicht. Ausgebüchste Pferde streuen herum und stehen in kleinen Gruppen unter Bäumen Schatten suchend. Die frei herumlaufenden Kühe gehören sicherlich Farmern, das deuten jedenfalls die Brandzeichen an. Wie die übers ganze Land verteilten Viecher allerdings je wieder ihrem Eigentümer zugeführt werden sollen, ist uns beiden ein Rätsel. Im 19 Jahrhundert hatte ein begnadeter Jäger offensichtlich nichts besseres zu tun, als 24 Kaninchen einzuführen, um seiner Leidenschaft fröhnen zu können. Bekanntlich sind Kaninchen in ihrer Reproduktion äußerst effizient und so wurde schnell die Region und später ganz Australien von dieser Landplage überrollt. Der dadurch entstandene ökologische Schaden ist nicht mehr gut zu machen, einige spezialisierte Pflanzen fielen dem Kaninchenfraß zum Opfer und ganze Landstriche sind für immer verändert. Mit einer Virusinfenktion konnten später 99,9% der Kaninchen ausgerottet werden. Die 0,1% sind nun immun und vermehren sich wieder fleissig. Einige kleinere Känguruarten und andere Nager fallen den eingeführten Katzen zum Opfer und stehen kurz vor der endgültigen Ausrottung. Andererseits weiß man auch, dass noch lange nicht alle Tier- und Pflanzenarten Australiens entdeckt und katalogisiert wurden, so dass man von deren Verschwinden nie etwas erfahren wird. Traurig, nicht wahr!

Obwohl, wie ja schon mehrfach erwähnt, Australien die fiesesten, giftigsten und tödlichsten Tiere auf unserem Heimatplaneten beheimatet, bleiben wir vor deren Angriffen verschont. Weder Schlangen, noch recht giftig aussehende Spinnen laufen uns über den Weg. Trotzdem gibt es hier reichlich Spinnen. Beim Baden in der Galvans Gorge hängen große, bewohnte Netze über unseren Köpfen. Wie gefährlich die Spinnen sind, wollten wir nicht ausprobieren. An unserer Übernachtungsstelle unweit von Derby leuchten uns bläulich-silbern hunderte Spinnenaugen an, als wir mit unseren Stirnlampen in den Busch strahlten. Diese Spezies scheint etwas unangenehmer zu sein, wie sich später beim Durchblättern eines Büchleins “Hazardous Animals in Western Australia” herausstellte. Diese possierlichen Tierchen sind nachtaktiv und aggressiv, was ich durch Testen mit meinem linken Zeigefinger am eigenen Leibe erfahren durfte. Eigentlich wollte ich die Spinne nur anschubsen, was sie aber mit einem blitzschnellen Angriff parierte. Meiner noch schnelleren Reaktion verdanke ich möglicherweise, den nicht platzierten schmerzhaften Biss. Ich schüttelte die Spinne im selben Augenblick ab, als sie sich auf meinen Finger setzte. Der Schreck manifestierte sich durch eine minutenlange Gänsehaut auf meinem Arm und jetzt gleich nochmal beim Schreiben.

Wie erwähnt, sind Schlangen nicht über unseren Weg gelaufen – nur eine an einem Bussard hängend vorbeigeflogen -, noch haben sie sich in unseren Waden verbissen. Gewöhnlich sind sie schneller weg, als sie gesichtet werden können. Echsen hingegen lassen sich lieber ablichten und noch dazu gibt es schön bunte, große oder exotische. Wir beobachteten zum Beispiel eine bunt schillernde Echse am Wolfe Creek Crater beim Naschen an einer Ameisenstraße. In Derby am Campingplatz läuft eine Kragenechse einer Heuschrecke hinterher und verdrückt sie genüsslich. Das ganze passiert wenige Meter neben mir, als ich mich gerade wieder Bill Brysons humorvoller Beschreibung seiner Australienerfahrungen widmete. Ein großer Goanna faulenzt auf einem Felsen, als wir das Ende des Tunnels des Tunnel Creek erreichen. Ein Tannenzapfenskink kreuzt unseren Weg zur Erfrischung im Coward Spring. An der Piste zur Willie Creek Pearl Farm rennt uns ein Goanna und später noch ein uns unbekannter Skink über den Weg. In Malcolm Douglas Crocodile Farm bekommen wir natürlich noch viel mehr zu sehen, was ich aber hier nicht unserem Expeditionserfolg zuschreiben möchte und deshalb hier unerwähnt lasse. Trotzdem seien die Freshies – Süsswasserkrokodile – in der Windjana Gorge noch erwähnt, die sich in großer Anzahl dort zuerst an Land dösend, dann im Wasser den Schützenfischen auflauernd präsentierten. Geckos hängen an den immer beleuchteten Facilities der Campingplätze an den Wänden und fangen die vom Licht angezogenen Schwärmer. Nachts ist oft das Fiepsen der Geckos zu hören. Am Campingplatz in Derby klettert ein Laubfrosch die Wasserleitung hoch, ein anderer – mit meinen begrenzten Kenntnissen nicht klassifizierter Frosch – hüpft über den Weg.

Der bereits erwähnte Tunnel Creek erweist sich neben dem bereits erwähnten Goanna noch als weitere Quelle heimischer Tierwelt. Welse und andere Fische tümmeln sich im stockfinsteren Wasser ebenso wie Krebse und Frösche. Von der Decke baumeln Flying Foxes – Fledermäuse mit einer Spannweite von größer als fünfzig Zentimeter.

Natürlich seien auch die Emus erwähnt, die, wandernden Strohhütten gleich, unseren Weg mehrfach kreuzten. Wir sind erpicht darauf, sowohl Emu- als auch Krokodilfleisch einmal zu kosten. Mal sehen, ob das bei dem eingeschränkten Restaurantangebot, beziehungsweise Öffnungszeiten in Australien gelingt. Am Kings Canyon tummeln sich Zebrafinken an den Trinkwasserhähnen für die Touristen. Raben, Elstern und die etwas kleineren Peewees sind allgegenwärtig und schrecken erst immer in letzte Sekunde vor dem anrollenden Auto auf.

Die ganze Tierwelt wäre allerdings nichts, würde sie nicht von den allgegenwärtigen Fliegen im Outback und den im feuchteren Norden lebenden Moskitos begleitet. Trotz deren überwältigender Anzahl hält die australische Natur noch weitere Insekten bereit. Grüne und rote Ameisen, Stabheuschrecken, Gottesanbeterinnen, große Hundertfüssler, bunte Schmetterlinge und die dazugehörenden Raupennester, Käfer, Wanzen, Wespen und Bienen und so weiter. Termiten fräsen ganze Buschstriche entlang der Tanami Road mit Ihren Hügeln nieder. Ja sogar meterlange Würmer soll es hier geben, die die Stärke eines Unterarmes einnehmen können. Eine unvorstellbare Varianz an Form, Größe und Farbe bietet die hiesige Insektenwelt. Der Kontinent hatte ja auch geraume Zeit, diese außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt hervorzubringen. Australien ist ein Quell an Ungewöhnlichem und noch Unbekanntem! Bei einer so gigantischen Ausdehnung, so erbarmunglosen Bedingungen im Outback und so wenigen Naturforschern auf diesem Kontinent wird das auch noch lange so bleiben.

Noch eine kleine Bemerkung zur unbekannten Tierwelt Australiens. Der Roadhousewirt von Mt. Barnett erzählt so beiläufig, dass nach dem Namen seines Nachbar, einem begnadeten Ornithologen, sogar ein Vogel benannt wurde. Das zeigt doch recht deutlich, es gibt noch viel zu entdecken dort.