Stuart Highway

Den Campingplatzaufenthalt nutzen wir selbstverständlich auch, um einer vernünftigen Morgentoilette zu fröhnen. Duschen, Rasieren, Frühstücken und ab in die Innenstadt von Coober Pedy. Dort wollen wir Emails checken und noch ein paar Sachen erledigen. Das Sachen erledigen zieht sich etwas länger hin und so kommen wir erst gegen halb zwei in Fahrt Richtung Ayers Rock.

DSC01531 Wir fahren noch auf Naturstraße/Wellblech zu den Breakaways, einer natur- und erosionsgeschaffenen farbenprächtigen Hügellandschaft. Etwa 35 km nördlich von Coober Pedy gelangen wir dann auf den Stuart Highway. Eine asphaltierte, endlos lange Strecke, die den Süden mit dem Norden Australiens verbindet. Gesäumt ist der Highway von Känguru- und Rinderkadavern. Bleichende Skelette liegen am Straßenrand. Von frischeren Kadavern steigen Adler und Krähen in die Lüfte. Einige Kilometer nach Marla schlagen wir uns in die Büsche und legen den Vierradantrieb ein.

DSC01430 Über Stock und Stein winden wir uns an einem Hügel entlang, um ein schönes Buschcamp einrichten zu können. Ohne Hunger bleibt heute die Küche kalt. Wir köpfen eine Flasche Cabernet Merlon und genießen, wie meist, die Ruhe, das Lagerfeuer und den aufgehenden Sternenhimmel. Auf einer kleinen Nachtexkursion versuchen wir exotische Insekten zu finden, allerdings beschränkt sich die Ausbeute auf eine Spinne und Stabheuschrecke.

Wer Fliegen mag …

DSC01593Wer Fliegen mag, wird Australien lieben! Diese putzigen Tierchen begleiten uns bei Schritt und Tritt – wieder eine echte Attraktion! Man ist gewillt zu glauben, dass die Fliegen es als ihre Aufgabe sehen, einen permanent zu betreuen. Es vergeht kein Augenblick, in dem nicht eine Fliege versucht ihren Weg in die Nase, Ohren oder Mund zu bahnen. Selbstbewusst laufen Sie übers offene Auge. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn beim Atmen eine Fliege Achterbahn durch den Nasen-Rauchenraum nimmt, bevor sie wieder ausgehustet wird. Schlechter für die Fliege, wenn sie dabei verschluckt wird. Jedenfalls sind sie allgegenwärtig und immer emsig am rumsurren und rumkrabbeln. Drum: Wer Fliegen mag, wird Australien lieben! Nichtsdestotrotz, wer es vermag diese Plagegeister nicht in den Kopf – im geistigen Sine – gelangen zu lassen und deren permanentes und penetrantes Kitzeln an allen empfindlichen Hautpartien ignoriert, der wird Australien auf alle Fälle lieben lernen. Die Landschaften, die Leute und die Orte sind einmalig und können einen süchtig machen.

Aborigines in Australien

DSC01498In Coober Pedy bekamen wir einen Einblick in die Integration der einheimischen Aborigines in die “weiße” Gemeinde. Von der Aborigine-Austellung im Australien Museum in Sydney, wissen wir z.B. dass früher Aborigine-Kinder von Ihren Familien getrennt wurden, um sie nach unseren Maßstäben auszubilden und christlich zu erziehen. Diese brutalen Machenschaften wurden lange Zeit von den weißen Australiern verschwiegen und erst der letzte Premierminister hat sich dazu öffentlich bekannt und offiziell bei den Aborigines entschuldigt. Dennoch blieb es bei dieser Entschuldigung, was den Frust bei den Aborigines entsprechend erhöht hat. Eine Entschädigung wäre wohl angemessener gewesen.

In Coober Pedy ist es jedenfalls offensichtlich, dass viele der Aborigines an der Flasche hängen und überall rumlungern. Ein trauriges Bild, das hier dargeboten wird. Einst zogen sie selbstständig durch die Wüsten Australiens und waren Künstler im Überleben in dieser unwirtlichen Gegend und jetzt sind sie so degeneriert, dass nur noch der Alkohol für sie der Ausweg zu sein scheint. Das ist nichts worauf Australien Stolz sein kann.

Man stelle sich mal vor, man würde aus seiner (Groß)stadt rausgerissen und in den Busch gesetzt. Man kümmere sich um die wichtigsten Bedürfnisse, wie Essen, Trinken, Dach überm Kopf und das war’s. Man sitzt also im Busch und hat alles, um überleben zu können. Alles andere, das im gewohnten Umfeld zur Verfügung stand – Waschmaschine, Küche, Bad, Kühlschrank, TV, Arbeit, Vereine, etc. – ist alles weg … Keine schönen Aussichten, oder?

Wir haben aber auch schon Australier getroffen, die besorgt sind, ob des für viele offensichtliches Rassismus in der australischen Gesellschaft und die uns berichtet haben, dass es durchaus gut funktionierende Communities (z.B. in Arnhem Land) gibt, in der die Aborigines in Einklang mit Ihrer Kultur leben können.

Ab ins Outback

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