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Uluru Umrundung und Walpa Gorge Kata Tjuta

Wir legen einen mittlerweile gut organisierten Blitzstart hin. Innerhalb von 30 Minuten haben wir das Zelt eingeklappt, alles verräumt und uns sogar noch schön gemacht ;-) (Zähneputzen und Waschen). Obwohl wir so früh loskommen, sehen wir schon die Dämmerung aufkommen.

SonnenaufgangUluru

Am Sunrisepoint angekommen, herrscht schon geschäftiges Treiben. Viele sitzen mit Ihren Klappstühlen und Kameras schon bereit, um das Ereignis auf Celluloid oder Speicherkarte zu bannen. In bekannter Manier nehmen wir auf unserem Geländewagen wieder die Poleposition ein.

DSC01806Um 8 Uhr startet der von einem Ranger geführte Mala-Walk, bei dem einiges über Aboriginie Nahrung und Zeremonien erzählt wurde. Uns wurde ein kleiner Einblick in die lokale Dreamstory gewährt, indem verschieden Orte am Uluru mit den zugehörigen Geschichten erläutert wurden. Im Anschluss des Mala Walks beenden wir die Umrundung des Uluru. Aus der Nähe betrachtet ist der Monotit doch sehr zerklüftet mit Höhlen, Schluchten und Überhängen. Plötzlich wird es vorstellbar, dass auch in der so unwirtlich scheinenden Gegend Menschen überleben und leben können. Trotz der Bitte der lokalen Aboriginie Community, den Uluru nicht zu besteigen, da er ja eines der wichtigsten Heiligtümer ist, können viele Touristen dem nicht widerstehen – schade!

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Die Hitze ist inzwischen kurz vor dem Punkt, ab dem die Walks geschlossen werden, und deshalb beschließen wir, nur Walpa Gorge zu besichtigen, ein kurzer Abstecher in eine fantastische Schlucht in Kata Tjuta.

DSC01916 Auf der Weiterfahrt in Richtung Kings Canyon schlagen wir unser Bush Camp abseits des Lasseter Highways auf. Der Abend wird wie mittlerweile gewohnt bei Kochen (Milchreis), Lagerfeuer und genialem Sternenhimmel mit einer Flasche Rotwein begossen. Bald wird uns der aufgehende Mond helle Abende bescheren. Nachts fängt es gewaltig zu pfeiefen an, unser Dachzelt knattert im Wind.

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Uluru / Kata Tjuta National Park

Am Morgen gibt es noch Toasts von der Glut des gestrigen Lagerfeuers, dann hat uns der Stuart Highway wieder zurück. Wir schrubben weiter Kilometer und nähern uns langsam aber stetig dem heutigen Ziel – Ayers Rock oder Uluru, wie die Aboriginies ihn nennen. Unseren Essensstopp machen wir nahe eines frischen Känguru-Kadavers. Nicht weil es so lecker aussieht oder weil wir mittlerweile Kängurusteaks lieben gelernt haben, sondern weil Adler davonDSC01570 naschen und wir uns noch ein paar schöne Aufnahmen erhoffen.  Micha pirscht sich mit seiner Kamera nahe genug heran, um ein paar wirklich pasable Fotos schießen zu können. An der Abzweigung zum Lesseter Highway Richtung Uluru, füllen wir unsere Diesel- und Koffeintanks auf, damit das Auto und wir schön wach bleiben. Das Diesel wird Richtung Outback immer teurer. In Adelaide zahlten wir noch 1,56 AUS$, hier in Erldander sind es bereits 1,89 AUS$.

Lange bevor wir National Park ankommen sehen, wir bereits den gigantischen Monoliten aus der Ebene ragen. Im Abstand von etwa 30 km steht Kata Tjuta (The Olgas). Kein Wunder, dass diese erhabenen Formationen für die Aboriginies eine besondere Bedeutung haben. Mit eigenen Augen dieses Monument zu sehen, hat etwas besonderes. Kennen wird dieses autralische Wahrzeichen jeder, doch sehen werden es nur wenige, auch wenn hunderte dort täglich vorbeituckern oder mit Bussen hingekarrt werden.

DSC01595 Am frühen Nachmittag erreichen wir den Eingang zum Uluru und Kata Tjuta National Park, um dort unsere 25 AUS$ pro Nase abzugeben. Im Visitor Center gibt es reichlich Informationen über die Abroginies, wie sie hier überleben können und die spirituellen Hintergründe zum Uluru. Schon erstaunlich wo überall Essen rumliegt und wir Langnasen einfach daran vorbeilaufen und verhungern. Vermutlich wäre ein solcher Aboriginie in einer Großstadt ebenso verloren.

DSC01690Wir fahren zum Sunset Viewpoint, ein Ereignis, das man am Uluru nicht verpassen sollte. Leider gibt es im National Park ziemlich viele Restriktionen, so ist es nicht möglich hier im Busch zu campen und auch die Viewpoints sind definiert. Woanders halten ist nicht erlaubt. So treten sich natürlich die Touristen irgendwann gegenseitig auf die Füsse. Wir umgehen dieses Gerangel um die besten Plätze einfach, indem wir uns auf unserem Toyota platzieren. Micha positioniert sein Stativ auf dem Ersatzrad und wir sietzen beide mit einem Gläschen Wein in der Hand dem Sunset entgegen. Wir bleiben solange, bis die Sterne über dem Uluru stehen. Der Parplatz ist schon längst leer, außer zwei weiteren Fahrzeugen. Einer davon ist aus Würzburg.

Es ist schon längst dunkel, als wir uns zum Campingplatz aufmachen. Zufällig liegen wir genau neben Heidi und Volker, zwei Weltreisende, die wir bereits in Coober Pedy getroffen haben. Selbstverständlich ist der morgige Sonnenaufgang am Uluru ebenfalls auf den Programm. Wir müssen um 5:30 aufstehen, frühes zu Bett gehen ist also angesagt.

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Stuart Highway

Den Campingplatzaufenthalt nutzen wir selbstverständlich auch, um einer vernünftigen Morgentoilette zu fröhnen. Duschen, Rasieren, Frühstücken und ab in die Innenstadt von Coober Pedy. Dort wollen wir Emails checken und noch ein paar Sachen erledigen. Das Sachen erledigen zieht sich etwas länger hin und so kommen wir erst gegen halb zwei in Fahrt Richtung Ayers Rock.

DSC01531 Wir fahren noch auf Naturstraße/Wellblech zu den Breakaways, einer natur- und erosionsgeschaffenen farbenprächtigen Hügellandschaft. Etwa 35 km nördlich von Coober Pedy gelangen wir dann auf den Stuart Highway. Eine asphaltierte, endlos lange Strecke, die den Süden mit dem Norden Australiens verbindet. Gesäumt ist der Highway von Känguru- und Rinderkadavern. Bleichende Skelette liegen am Straßenrand. Von frischeren Kadavern steigen Adler und Krähen in die Lüfte. Einige Kilometer nach Marla schlagen wir uns in die Büsche und legen den Vierradantrieb ein.

DSC01430 Über Stock und Stein winden wir uns an einem Hügel entlang, um ein schönes Buschcamp einrichten zu können. Ohne Hunger bleibt heute die Küche kalt. Wir köpfen eine Flasche Cabernet Merlon und genießen, wie meist, die Ruhe, das Lagerfeuer und den aufgehenden Sternenhimmel. Auf einer kleinen Nachtexkursion versuchen wir exotische Insekten zu finden, allerdings beschränkt sich die Ausbeute auf eine Spinne und Stabheuschrecke.

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Wer Fliegen mag …

DSC01593Wer Fliegen mag, wird Australien lieben! Diese putzigen Tierchen begleiten uns bei Schritt und Tritt – wieder eine echte Attraktion! Man ist gewillt zu glauben, dass die Fliegen es als ihre Aufgabe sehen, einen permanent zu betreuen. Es vergeht kein Augenblick, in dem nicht eine Fliege versucht ihren Weg in die Nase, Ohren oder Mund zu bahnen. Selbstbewusst laufen Sie übers offene Auge. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn beim Atmen eine Fliege Achterbahn durch den Nasen-Rauchenraum nimmt, bevor sie wieder ausgehustet wird. Schlechter für die Fliege, wenn sie dabei verschluckt wird. Jedenfalls sind sie allgegenwärtig und immer emsig am rumsurren und rumkrabbeln. Drum: Wer Fliegen mag, wird Australien lieben! Nichtsdestotrotz, wer es vermag diese Plagegeister nicht in den Kopf – im geistigen Sine – gelangen zu lassen und deren permanentes und penetrantes Kitzeln an allen empfindlichen Hautpartien ignoriert, der wird Australien auf alle Fälle lieben lernen. Die Landschaften, die Leute und die Orte sind einmalig und können einen süchtig machen.

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Aborigines in Australien

DSC01498In Coober Pedy bekamen wir einen Einblick in die Integration der einheimischen Aborigines in die “weiße” Gemeinde. Von der Aborigine-Austellung im Australien Museum in Sydney, wissen wir z.B. dass früher Aborigine-Kinder von Ihren Familien getrennt wurden, um sie nach unseren Maßstäben auszubilden und christlich zu erziehen. Diese brutalen Machenschaften wurden lange Zeit von den weißen Australiern verschwiegen und erst der letzte Premierminister hat sich dazu öffentlich bekannt und offiziell bei den Aborigines entschuldigt. Dennoch blieb es bei dieser Entschuldigung, was den Frust bei den Aborigines entsprechend erhöht hat. Eine Entschädigung wäre wohl angemessener gewesen.

In Coober Pedy ist es jedenfalls offensichtlich, dass viele der Aborigines an der Flasche hängen und überall rumlungern. Ein trauriges Bild, das hier dargeboten wird. Einst zogen sie selbstständig durch die Wüsten Australiens und waren Künstler im Überleben in dieser unwirtlichen Gegend und jetzt sind sie so degeneriert, dass nur noch der Alkohol für sie der Ausweg zu sein scheint. Das ist nichts worauf Australien Stolz sein kann.

Man stelle sich mal vor, man würde aus seiner (Groß)stadt rausgerissen und in den Busch gesetzt. Man kümmere sich um die wichtigsten Bedürfnisse, wie Essen, Trinken, Dach überm Kopf und das war’s. Man sitzt also im Busch und hat alles, um überleben zu können. Alles andere, das im gewohnten Umfeld zur Verfügung stand – Waschmaschine, Küche, Bad, Kühlschrank, TV, Arbeit, Vereine, etc. – ist alles weg … Keine schönen Aussichten, oder?

Wir haben aber auch schon Australier getroffen, die besorgt sind, ob des für viele offensichtliches Rassismus in der australischen Gesellschaft und die uns berichtet haben, dass es durchaus gut funktionierende Communities (z.B. in Arnhem Land) gibt, in der die Aborigines in Einklang mit Ihrer Kultur leben können.

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Australiens Attraktionen

Die Attraktionen Australiens, die uns bis jetzt in vielen Broschüren empfohlen wurden, sind recht durchwachsen – vieles ist tatsächlich sensationell: die Landschaften, die Natur, usw. Andere Attraktionen kommen uns dann doch etwas weit hergeholt her.

DSC01367DSC01301Ein rostiges ca. 90 Jahre altes Postauto kann man sich noch eingehen lassen, die Windturbine oder der Pub in Coober Pedy sind schon wesentlich weniger spektakuläre “Attraktionen”. Und auch die aufgegebenen Bahnstationen entlang des Old Ghan Railway-Tracks sind halt im Wesentlichen etwas zerfallene Backsteinhäuschen oder rostige Tanks.

Die Attraktion ergibt sich erst wenn man die Geschichte dazu kennt – und die ist dafür wieder ziemlich beeindruckend. Die Leistung der Pioniere, die zum ersten Mal den Norden und den Süden mit für uns so selbstverständlichen Leistungen wie Post versorgt haben, sind schon herausragend. Wenn man durch die Wüstengebiete fährt und sich vor Augen führt, dass es zu dieser Zeit hier keine einzige Straße gab, dann bekommt man schon eine gehörige Portion Respekt.

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Oodnadatta Track und Coober Pedy

Die Weiterfahrt auf der Wellblechpiste schüttelt uns richtig wach. Am Lake Eyre angekommen, sind wir etwas von der Aussicht enttäuscht, aber was soll’s, der Weg ist das Ziel. Also geht’s den gleichen Weg wieder zurück. Kurzzeitig zweifeln wir an der Korrektheit unserer Navigation, manche Landschaften kommen uns gänzlich unbekannt vor, falsch fahren geht aber eigentlich auch nicht so richtig, denn es ist alles ausgeschildert. Schließlich werden alle Zweifel aufgelöst, wir treffen am Ausgangpunkt wieder ein und biegen auf den Ooodadatta Track Richtung William Creek ein.DSC01440 Die 50km vom Salzsee zum Eingang in den National Park haben uns eineinhalb Stunden Fahrtzeit abverlangt. William Creek ist ein ca. 20 Seelen Nest, das ausschließlich von Sightseeing Flügen zu leben scheint. Jedenfalls sieht man dort nicht viel mehr als ein paar Cesna-Flugzeuge und ein paar Hütten/Häuser. Der Flug ist uns zu teuer, also geht es gleich weiter Richtung Coober Pedy. Dazu verlassen wir den Oodadatta Track und biegen auf die William Creek Road ab. Track, Road, Highway, etc. mag immer einen falschen Eindruck vermitteln. Jedenfalls kann anhand dieser Begriffe nicht die Qualität der Strecke fest gemacht werden.

DSC01349 Die Strecke nach Coober Pedy ist in der ersten Hälfte landschaftlich sehr schön. Wir fahren durch einen Teil Sandwüste mit flachen, bewachsenen und knallroten Sanddünen. Flache Pfannen unterbrechen diese Landschaft ab und zu. Die Temperatur im Auto erreicht langsam wieder die 40 °C und wir durchqueren die endlos lange, fast gerade, zweite Hälfte der Strecke durch trostlose Geröllwüste. Irgendwann am Horizont erscheinen dann die Abbruchhalden der Opalschürfer in Coober Pedy, der Opal-Hauptstadt der Welt. Die Landschaft ist durchsetzt von Höhlen und Gängen und gleicht einem Schweizer Käse. Immer wieder weisen Warnschilder darauf hin, dass tiefe, ungesicherte Schächte schwere Unfälle verursachen können und man deshalb hier nur sehr bedacht oder gar nicht herumwandert.

DSC01476 Coober Pedy ist mit seinen 3500 Einwohnern eine wahre Metropole im Vergleich zu den anderen Orten, die wir bis dahin im Outback gesehen haben. Ein Opal-Shop neben dem anderen, mehrere Tankstellen, Supermarkt und Campingplätze ohne Ende. Die Attraktion hier sind natürlich die Minen. Manche Campingplätze haben Minen zu Underground Campsites umfunktioniert. Und so fahren wir auch zu einer dieser Underground Campsites. In Coober Pedy decken wir uns mit Souvenirs ein und trinken einen gemütlichen Café. Hier in “The middle of nowhere” fällt so gut wie kein Regen, das Wasser hier wird auch aus dem riesigen karthesischen Wasserreservoir gewonnen. Es ist hier so trocken, dass nur alle paar Jahre mal Regen fällt. Ein kostenlose Besichtigung im Cave Hotel beschert uns noch ein paar Kenntnisse über Opale und deren Abbau, welche bei einer Nachtführung in einen Stollen, der natürlich auf unserem Campingplatz ist, noch weiter vertieft werden.

DSC01472Davor versuchen wir noch selbst unser Glück beim Noodling, dem mehr oder weniger (eher weniger) zielgerichteten Durchsuchen der Abraumhügel nach vergessenen Opalstücken. Leider sind wir im Aufspüren von Gips-Nadeln wesentlich erfolgreicher als im Finden von Opal – der Traum vom schnellen Reichtum ist unmittelbar ausgeträumt ;-)

Gegen Abend verquatschen wir uns noch mit ein paar deutschen Touristen und kochen erst ziemlich spät unsere Steaks mit Salat.

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Oodnadatta Track und Lake Eyre

Unseren Morgen versüßen wir uns mit Pfannkuchen. Bereits zum Sonnenaufgang stehen wir auf und sind damit recht früh zu gange. Mittlerweile hat sich schon etwas System in unser Verstauen der Gegenstände eingearbeitet, so dass wir ohneDSC01283 viel Worte alles zügig und effizient verstauen, abspülen und einräumen. Wir machen eine kurzen Stopp bei den Ocre Cliffs, fahren an einer Kohletagebaustätte vorbei und begeben uns Richtung Marree, dem Startpunkt des Oodadatta Tracks. Marree eine 65 Seelen Gemeinde, trotzt allen Widrigkeiten der australischen Hitze und hält die Stellung als Vorposten ins Outback. Unterwegs überholen wir noch zwei Motorradfahrer aus Deutschland, die wir in Marree wieder sehen. Die beiden machen eine 2jährige Weltreise, wer mag, Ihre Webseite ist www.2aufreisen.de. DSC01315

Wir machen ein kurzes Pläuschchen und kaufen noch ein. Nebenan im Hotel besorgen wir uns noch für schlappe 60 AUS$ drei Flaschen Rotwein. Man will sich die Abende bei sternenklarem Himmel im Outback ja auch etwas versüßen. Wie überall in Australien erfahren wir auch in diesem Hotel eine herzliches Willkommen. Wir bekommen all unsere Fragen beantwortet und einen hervorragenden Wein.

DSC01341Wir befahren den Oodnadatta Track, der einer mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke folgt, eine Autobahn auf Naturgrund. Die Piste kann teilweise mit 100 kmh und mehr befahren werden. Das ist jedenfalls keine 4WD Herausforderung. Wir treffen unsere deutschen Motorradfahrerfreunde mehrmals unterwegs unter anderem auch am Blanche Cup. An diesem Aussichtspunkt bekommt man einen kleinen Überblick über den Lake Eyre, der eigentlich eher eine Salzwüste darstellt. Alle paar Jahre steht etwas Wasser im See, dass allerdings durch die hohe Verdunstungsrate von 2m/Jahr schnell wieder verschwindet. Der Lake Eyre liegt auf einem riesigen Wasserreservoir, welches an manchen Stellen das Wasser durch karthesische Brunnen zu Tage fördert. Der Lake selbst bleibt durch die Wasserundurchlässige Schicht trocken. Einen dieser karthesischen Brunnen besuchen wir. Coward Springs ist eine Campsite mit einem 2×2 m großen Becken. In dieses Becken strömt permanent wohltemperiertes Wasser und lädt zum kurzen Bad ein. Auf dem Rückweg kreuzt eine “Tannenzapfenechse” unseren Weg.

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Auf dem weiteren Weg sammeln wir noch etwas Holz für unser abendliches Lagerfeuer. Die Bohlen der stillgelegten Eisenbahnlinie bieten sich an. Wir beladen unseren Dachgepäckträger, was leider den ohnehin schon hohen Schwerpunkt des Autos weiter negativ beeinflusst. Sicherlich würden heftige Lenkmanöver das Fahrzeug zum Kippen bringen, übermäßige Schräglagen werden wir vermeiden.

DSC01440Unsere Absicht, den ca. 60 km Abstecher in den Lake Eyre National Park kurz vor William Creek zu fahren, wird durch eine Inschrift an der Selfregistration kurz in Frage gestellt: “Don’t drive that way, it’s bloody rough”. Jetzt wissen wir was gemeint war, die Strecke ist quasi eine einzige Wellblechpiste. Alles wird durchgeschüttelt, dass das Gepäck und Auto dieses Piste schadlos überstanden hat, grenzt für uns schon an ein großes Glück. Auf halber Strecke zum Lake entschließen wir uns, unser Camp aufzuschlagen, denn imDSC01430 Dunklen diese Mörderpiste zu fahren, bereitet sicherlich noch weniger Vergnügen. Bei einem zarten Steak, Salat und Reis und einer vorzüglichen Flasche australischen Weines genießen wir die laue Wüstenluft und den unübertrefflichen Sternenhimmel, während Grillen uns Ständchen zirpen.

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Flinders Ranges und unser erstes Wüstenbrot

DSC01199Wir haben total verschlafen und stehen erst gegen 10 Uhr auf. Nach einem gemütlichen Frühstück, das von den anwohnenden Kängurus wohlwollend beobachtet wird, setzen wir uns auf dem Scenic Drive in Richtung Blinman in Bewegung. Hervorragende Aussichten auf die Flinders Ranges, als auch traumvolle Fahrten durch Gorges machen diese Naturstraße zum wahrhaften Erlebnis. Mehrmals sehen wir Emus nahe der Straße. Diese riesigen Vögel sind zwar ziemlich scheu, aber dennoch DSC01213bleiben Sie nahe genug, um eine paar ganz brauchbare Fotos schießen zu können. Unterwegs machen wir abseits der Strecke Mittagspause, während ein Stockman auf seiner Enduro vorbeituckert und seine Schafe vor sich hertreibt. Die Schotterstrecken enden hinter Parachilna, von wo aus es weiter nach Leigh Creek geht. Leider haben wir total vergessen, dass es mittlerweile Wochenende ist. Darauf werden wir erst wieder aufmerksam gemacht, als wir in Leigh Creek einkaufen gehen wollen. In dieser paarhundert Seelen Gemeinde sind natürlich Samstag nachmittag keine Läden mehr offen. Wir können jedoch unsere Dieseltanks füllen und erstehen an der Tankstelle noch ein paar Lammsteaks und Grillwürstchen. In der Nähe DSC01223von Ocre Cliffs, eine Aboriginie Kultstätte, von der die Naturfarben gewonnen wurden, übernachten wir. Abseits der Straße errichten wir unser Nachtlager. Wir sammeln Holz für unser Lagerfeuer, in dem wir heute unser erstes Sandbrot backen werden. Die Rezeptur dafür habe ich von Beduinen in der Sahara gelernt. Da die Büsche zu wenig Holz für eine ordentliche Glut liefern, reißen wir mit der Stahlseilwinde am Toyota noch einen vertrockneten Baum aus. Zuerst war der Baum stärker und bewegt DSC01260den 2,5 Tonnen schweren Toyota, doch dann gewinnt der Stärkere. Der Baum hängt am Stahlseil und gibt nach. Das Feuer ist schnell entfacht, die Würstchen auf dem Rost und die dazugehörenden Bohnen im Topf. Das Brot wird in der Glut zubereitet und schmeckt, wie alles andere auch, köstlich. Am Lagerfeuer lassen wir den Abend ausklingen.

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Die Flinders Ranges oder die Belagerung durch Kängurus

Wir wollen früh los, also packen wir unseren Krempel und bewegen uns Richtung Wilpena Pound, unserem ersten Ziel in den Flinders Ranges. Die Sonne scheint und wir genießen die Landschaft. Unterwegs stoßen wir immer wieder auf Schilder, die Sehenswürdigkeiten markieren. Als wir auf einem Schild etwas von Aboriginal Site sehen, konnten wir nicht widerstehen. Eine kleine Wanderung soll uns zu Höhlenmalereien der Aboriginies bringen. Auf der Fahrt dahin kreuzt doch glatt ein Emu unseren Weg. Wir laufen los und was sehen wir – Kängurus. Eins nach dem anderen hüpft über unseren Weg und langsam ist es nichts mehr ungewöhnliches. Die Höhlen sind bemalt, nichts überwältigendes, aber in Kombination mit dieser einmaligen Landschaft ein beeindruckendes Erlebnis. Ich genieße es, endlich in Australien zu sein, dem Reiseland meiner Träume. Am Parkplatz bauen wir unsere Campingausrüstung auf und frühstücken gemütlich. Die ersten Touristen kommen.

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In Hawker kaufen wir erneut einen Steckdosenadapter. Den ersten in Sydney gekauften haben wir nach dem erstmaligen Benutzen am Flughafen liegen lassen. Der Adapter, den ich mitbrachte, war leider wertlos, er passte nicht. Michas Laptopakku, mit dem wir diesen Blog auf dem Laufenden halten wollen, ist leer. Sein 12V Laptop Netzteil passt nicht zum Laptop, das 230V Kfz-Umspannnetzteil wird ebenfalls vom Laptop verschmäht. Der Akku bleibt also erstmal leer, solange wir keine vernünftige Stromversorgung finden.

DSC01173Am Wilpena Pound angekommen, entschließen wir uns zu einer dreistündigen Wanderung zum Wangarra Lookout. Unterwegs treffen wir selbstverständlich wieder auf Kängurus. Wilpena Pound ist eine von einer Bergkette umschlossen Ebene, welche für die Aborigines eine wichtige spirituelle Landschaft darstellt. Tatsächlich sind dort Fossilien gefunden worden, welche eine neue Epoche in der Erdgeschichte eröffnete. Es sind die ältesten Fossilien der Welt.

IMG 1275Um dem Stromproblem zu begegnen, nehmen wir eine ‘powered campsite’. Wir duschen, waschen Wäsche und kochen. Es gibt Kängurusteaks. Witzigerweise steifen ständig diese drolligen Gesellen um unseren Campingplatz. Am Abend werden sie sogar so furchtlos, dass mir eines davon beim Lesen von Bill Brysons “Frühstück mit Kängurus” Gesellschaft leistet. Es ist so nah herangekommen, dass ich es einfach streicheln kann.

Sicherlich war es nicht der Bedarf an Steicheleinheiten, als vielmehr der Duft meiner Kekse, der es anlockte. Jedenfalls kam es zu einem kleinen Gerangel mit dem Känguru, als ich ihm keinen Keks geben wollte. Vor lauter Frust hat es dann mein Buch angeknabbert. Das Vorwort von Bill Brysons “Frühstück mit Kangurus” ist also von einem frustrierten Känguru zu Abend gegessen worden.

Noch was zum Kängurusteak: es schmeckt sehr lecker, etwas nach Leber. Das Fleisch ist sehr dunkel und zart. Für alle aufgebrachten Leser: angeblich ist es ökologischer, Kängurus zu essen, da sie wesentlich weniger fressen und damit die Umwelt weniger belasten, als das z.B. Schafe oder Rinder machen. Sie sind optimal an die Umweltbedingungen angepasst und entsprechend sorgsam gehen sie mit den vorhandenen Ressourcen um. Außerdem erzeugen sie kein Methan, das eines der schädlichsten Treibhausgase ist.

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