Halls Creek und Purnululu NP (Bungle Bungles)

von | Apr 15, 2008 | Reisebericht | 1 Kommentar

Am Morgen verabschieden wir uns von den Australiern, mit denen wir gestern einen wirklich lustigen Abend verbracht haben und machen uns wieder auf den Weg, diesmal auf einem deutlich besseren Pistenabschnitt als gestern.

Nach einer Weile sehen wir einen liegengebliebenen Toyota und 4 Aborigines. Wir halten an und fragen durchs Fenster, ob sie Hilfe benötigen. Das bejahen sie, ihr Englisch ist aber ziemlich schlecht und wir haben Mühe sie zu verstehen. Offensichtlich ist Ihr Reifen geplatzt. Einer der Männer fragt uns nach Wasser. Mit einem Griff hinter die Sitze haben wir einen 10 Liter Wasserpack parat und reichen ihn durchs Fenster nach außen. Die Situation ist trotzdem ein wenig undurchsichtig. Auf der Ladefläche des Toyotas liegt ein intakter Reservereifen. Der Mann dem wir das Wasser gegeben haben mustert aufmerksam das Innere unseres Fahrzeugs und die nächste Frage ist, ob wir Brot haben. Nachdem wir das verneinen und somit wieder kein Grund für uns besteht aus dem Wagen auszusteigen fragt er uns, ob wir einen von Ihnen mitnehmen können. Langsam kommt uns die Sache etwas Spanisch vor und wir beenden die Diskussion. Wir versprechen, aus Halls Creek Hilfe zu schicken, was wir dann auch tun und fahren weiter.

Die Landschaft wird immer grüner, es ist ein deutlicher Unterschied zu den bisherigen Strecken feststellbar.

Als wir in Halls Creek ankommen, suchen wir als erstes die Polizeistation und setzen eine nette, aber nicht besonders enthusiastisch wirkende Polizistin von der Autopanne in Kenntnis.

Wir gehen einkaufen und sehen im Tiefkühlfach etwas, was auf den ersten Blick wie der Griff eines Regenschirms aussieht. Bei näherem Hinsehen entpuppt es sich als ein Bündel tiefgekühlter Känguruschwänze. Da der Geldautomat beim Supermarkt kaputt ist und der zweite Geldautomat im Ort kein Geld mehr beinhaltet gehen wir zur Post und heben dort etwas Bargeld ab.

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Wir tanken noch und fahren weiter zum Bungle Bungle National Park (Purnululu NP). Allein die Piste zum Nationalpark ist die Reise schon wert. Wir fahren eine wunderschöne 4WD-Strecke inmitten von fantastischer Landschaft. Wie wahllos aufgestellte Hinkelsteine stehen große Termitenhügel herum. Man kommt hier zwar definitiv nur mit einem Geländewagen weiter und obwohl es ab und zu etwas rumpelt, ist die Strecke nicht schwer zu fahren. Wir haben ein paar Mini-Fuhrten und müssen einige Bäche durchqueren. In den Bäumen am Wegrand sehen wir die ersten Wellensittiche. Der NP ist komplett mit Rauch verhanden, die Ranger machen kontrollierte Buschbrände, wie wir später in der Info des Parks erfahren.

DSC02359Am südlichen Aussichtspunkt angekommen müssen wir feststellen, dass im Kühlschrank wieder eine Milch ausgelaufen ist. Außerdem leckt einer der 15L Wasser-Kanister im Fussraum der Hinterbank und wir haben eine kleine Pfütze im Auto. Vor dem Panorama der Bungle Bungle Formationen, wie sie aus Reiseprospekten bekannt sind, schreiben wir Blog schreiben, bzw. geniesen wir die Umgebung und lesen. Mittlerweile ist alles ist in Rauch gehüllt und riecht auch entsprechend.

Gegen Sonnenuntergang fahren wir Richtung Campsite, müssen aber immer wieder anhalten, um die gigantischen Feuer, die in der Dunkelheit noch viel beindruckender wirken, zu fotografieren. Am Besten geht das natürlich wieder vom Dach des Autos aus. Der Sonnenuntergang im Westen konkurriert mit dem Buschbrand im Osten um Farbenpracht.

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Das Abendessen fällt wegen mangelden Hungers aus. Stattdessen verbrigen wir den Abend mit Bücher lesen und gehen früh zu Bett.